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Foxconn: Schüler fertigen Echo-Lautsprecher für Amazon in Nachtarbeit

Bei Foxconn bauen Schüler unter illegalen Bedingungen Echo-Lautsprecher für Amazon zusammen. Die als Praktikanten angestellten Schüler werden zum Leisten von Überstunden und zu Nachtarbeit genötigt - beides ist gesetzlich untersagt.

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Echo-Lautsprecher werden von Schülern in verbotener Nachtarbeit zusammengebaut.
Echo-Lautsprecher werden von Schülern in verbotener Nachtarbeit zusammengebaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Bei der Herstellung von Echo-Lautsprechern sind fragwürdige Praktiken bekanntgeworden. Die britische Tageszeitung The Guardian berichtet von geheimen Dokumenten und hat mit Betroffenen gesprochen. Die Daten belegen, dass Hunderte Schüler bei Foxconn unter gesetzeswidrigen Bedingungen gearbeitet haben. Der Auftragsfertiger hat dabei gegen geltende chinesische Arbeitszeitgesetze verstoßen. Foxconn räumt die Vorwürfe ein, Amazon gibt sich verärgert.

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Über 1.000 Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren seien bei Foxconn beschäftigt. Hunderte dieser Schüler seien zu Überstunden und Nachtarbeit genötigt worden. Zwar dürfen Schüler ab 16 Jahren beschäftigt werden, aber sie dürfen weder zu Überstunden noch zu Nachtarbeit herangezogen werden - das verbieten Arbeitszeitgesetze in China. Foxconn habe damit Produktionsspitzen abdecken wollen, um entsprechend viele Echo-Geräte für Amazon bauen zu können. Neben den Alexa-Lautsprechern sollen die Kinder auch E-Book-Lesegeräte der Kindle-Produktfamilie gefertigt haben.

Die betroffenen Schüler haben in einem Praktikumsverhältnis für Foxconn gearbeitet - dabei seien Schulen von dem Auftragsfertiger für die Vermittlung der Schüler bezahlt worden. 500 Yuan (etwa 63 Euro) im Monat erhielten Schulen für jeden Schüler, der zu Foxconn geschickt werde. Die Schüler verdienen 16,54 Yuan pro Stunde, das sind 2,10 Euro, was etwa 340 Euro pro Monat ergibt, wenn sie eine 40-Stunden-Woche in den Fabriken haben.

Lehrer sollen Schülern gedroht haben

Lehrer seien von Foxconn gebeten worden, auf Schüler einzuwirken, die weder Überstunden noch Nachtarbeit leisten wollten. Dabei soll Schülern mit schlechter Benotung in der Schule gedroht worden sein. Dabei beteuerten die betroffenen Schüler, dass die Fabrikarbeit nicht im Rahmen des Unterrichts stattgefunden habe.

Foxconn hat zugegeben, die Schüler illegal beschäftigt zu haben und will umgehend Maßnahmen ergreifen, damit sich das nicht wiederholt. "Es gab in der Vergangenheit Fälle, in denen es zu lasche Kontrollen durch die örtlichen Vorgesetzten gegeben habe", räumt Foxconn ein. In einer Erklärung heißt es: "Wir haben die Aufsicht des Praktikumsprogramms mit allen Partnerschulen erhöht, um sicherzustellen, dass Praktikanten unter keinen Umständen Überstunden leisten oder Nächte arbeiten dürfen."

Der Auftragshersteller hat den Einsatz von Schülern mit der Begründung verteidigt, dass diese die Möglichkeit erhalten hätten, "praktische Berufserfahrung" zu sammeln, die sie "bei der Suche nach einer Beschäftigung nach dem Abschluss unterstützen" würde.

Amazon kritisiert Foxconn

Amazon hat das Vorgehen von Foxconn verurteilt. "Wenn wir Verstöße feststellen, ergreifen wir geeignete Maßnahmen und fordern sofortige Korrekturmaßnahmen", sagte eine Amazon-Sprecherin. Es würden keine Verstöße gegen den geltenden Verhaltenskodex für Lieferanten toleriert. Dabei würden Lieferanten regelmäßig auf die Einhaltung der Regeln überprüft.

Der Guardian berichtet von einer Schülerin, die eigentlich für acht Stunden am Tag fünf Tage in der Woche arbeiten sollte. Daraus seien dann zehn Stunden pro Tag und sechs Tage in der Woche geworden. Sie sagte: "Aber 10 Stunden am Tag, jeden Tag, zu arbeiten ist sehr anstrengend"

"Ich habe versucht, meinem Vorgesetzten zu sagen, dass ich keine Überstunden machen möchte." Der Foxconn-Manager habe dann den Lehrer informiert und der Lehrer habe gedroht, dass es kein Praktikum bei Foxconn gebe, wenn "keine Überstunden geleistet" würden. Darunter könne die weitere Schulkarriere leiden, soll der Lehrer gedroht haben.

Foxconn braucht Schülerpraktikanten

Der Guardian berichtet, dass Foxconn Schüler und Studenten brauche, die Überstunden leisten, um die Produktionsziele zu erreichen. Die Schüler schlafen in Wohnheimen bei den Fabriken. Wer sich weigert, Überstunden zu leisten, wird entlassen. In einem Foxconn-Dokument heißt es: "Wenn Schülerpraktikanten keine Überstunden machen, hat das nicht nur Auswirkungen auf das Produktionsziel, sondern auch auf ihre Einsatzbereitschaft. Schülerpraktikanten müssen Überstunden machen."

In einem dem Guardian vorliegenden Dokument von Foxconn heißt es, dass eine Fabrik von April bis Oktober 7.000 zusätzliche Arbeiter benötige, aber lediglich 30 neue Arbeiter pro Woche einstellen könne. Daher müssten Praktikanten gefunden werden, um diese Lücke zu schließen.

Im Sommer 2018 wurden bereits schlechte Arbeitsbedingungen bei Foxconn beklagt. Die betreffenden Arbeiter haben für Amazon Lautsprecher, E-Book-Reader und Tablets gefertigt. Sie verdienten nicht genügend Geld zum Leben und litten unter schlechten Arbeitsbedingungen.

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plutoniumsulfat 14. Aug 2019

Einer der wenigen.

IceFoxX 13. Aug 2019

Verteidige Ihn ruhig weiter wie er ALLE hartzer nieder macht. Sry aber mit dir werde ich...

spambox 12. Aug 2019

Ganz ehrlich, wäre es mir nicht egal, so würde ich etwas tun oder zumindest etwas...

Day 12. Aug 2019

Der Unterschied ist, dass sie selbst wenn sie es freiwillig tun würden oder sogar wollen...

ip (Golem.de) 12. Aug 2019

der Satz hatte etwas geholpert. Wir haben ihn überarbeitet, danke für den Hinweis.


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