Foundation - Staffel 2: Noch größer, intensiver, mächtiger
Spoiler-Hinweis: Wir erzählen in dieser Rezension, wie die erste Staffel endet und wie die zweite Staffel anfängt. Wer das nicht wissen möchte, sollte lieber nicht weiterlesen.
Es war klar, dass es bis zur zweiten Staffel von Foundation dauern würde, schließlich wird sie mit immensem Aufwand und gewaltigem Budget produziert. Am Ende waren es anderthalb Jahre bis zum Start von Staffel 2 am 14. Juli bei Apple TV+. Narrativ sind noch viel mehr Jahre vergangen, nämlich weit mehr als 100 Jahre. Ein paar der ewigen Figuren sieht man in dieser Staffel trotzdem wieder, denn Serien-Schöpfer David S. Goyer hat sich hier von Isaac Asimovs Vorlage gelöst und sechs Figuren so gestaltet, dass sie auch über die Jahrhunderte im Mittelpunkt der Handlung stehen können.
Auch in anderer Hinsicht hat sich Goyer von den Romanen gelöst, was schon am Ende der ersten Staffel erkennbar war. Was Goyer aus der Geschichte macht, ist nicht nur bildgewaltig, sondern auch erfreulich komplex – und in dieser Staffel noch intensiver und actionreicher.
Viel hat sich geändert
Am Ende der ersten Staffel stellte sich heraus, dass die Cleons – die Klone des ersten Herrschers des Empires – keine exakten Kopien sind, sondern dass ihr genetischer Code korrumpiert wurde. Wohl auch deswegen entscheidet sich einer dieser Herrscher, Tag, eine Königin zur Frau zu nehmen und damit den vielleicht ersten Schritt zu tun, die Thronfolge fundamental zu verändern. In den ersten Minuten der zweiten Staffel wird Tag von Attentätern angegriffen. Die Frage ist: Haben seine Brüder sie geschickt, um zu verhindern, dass die Ordnung, wie sie sie kennen, ausgehebelt wird?
Nicht nur an dieser ersten Szene, sondern auch im weiteren Verlauf der Folge zeigt sich: Die Geschichte von Foundation wird in diesem Jahr weit größer. Mehr als ein Jahrhundert, nachdem die Wissenschaftlerin Hari Seldon die Foundation gegründet hat, ist sie gediehen und hat sich auf mehrere Welten ausgeweitet – ohne dass das Empire das bemerkt hätte.
Das passiert jedoch jetzt – und damit wird die zweite große Krise eingeleitet. Der Krieg mit dem Empire kommt.
Es wird ein Gang zugelegt
Schon die erste Staffel ist bildgewaltig, eindrucksvoll und faszinierend, aber sie war auch langsam, weil die Figuren und ihre Welt den Zuschauern erst nähergebracht werden mussten. Bei der zweiten Staffel kann nun schneller, dichter, epischer erzählt werden. Das war auch Goyers Ansatz(öffnet im neuen Fenster) : "Ich wollte die Größe, aber auch das unglaubliche Abenteuer dieser Geschichte zeigen. Aber ich wollte auch zeigen, dass im Zentrum der Geschichte Menschen stehen."
Das gilt für praktisch jede Figur, auch und gerade für die Cleons. "Es ist toll, in der Serie zu zeigen, wie unterschiedlich die Cleons sind und wie sie sich verändert haben. Obwohl sie wieder von Terrence Mann, Cassian Bilton und Lee Pace gespielt werden, sind ihre Figuren nun doch etwas anders," sagt Goyer. Es sei faszinierend zu erkunden, wie diese Veränderung der Genetik Chaos in das angestammte System bringt.
Starker Fokus auf die Opposition des Empires
Die zweite Staffel fokussiert sich stark auf die Opposition des Empires. Das gilt für Salvor Hardin und Gaal Dornick, aber auch für die Foundation selbst, die immens angewachsen ist und in der eine Art Religion des Hari Seldon entstanden ist.
Besonders interessant ist dabei die (Nicht-)Beziehung zwischen Dornick und Hardin – also zwischen einer Mutter, die nie wusste, dass sie eine war, zu ihrer Tochter, die nach einer Verbindung zu ihrer biologischen Mutter sucht. Verkompliziert wird das Ganze dadurch, dass Dornick biologisch betrachtet jünger ist als Hadrin. Was sie verbindet: Sie sind beide Jahrzehnte in die Zukunft transportiert worden und alles und jeden, den sie kannten, ist vergangen.
Die zweite Foundation, die Seldon gegründet hat, kommt ebenfalls in der zweiten Staffel vor – sie existiert am anderen Ende der Galaxie und ohne, dass die erste Foundation davon weiß. In Asimovs Romanen entwickelt sie sich, ohne dass die Leser davon etwas mitbekommen. Bei der Serie wollte Goyer dieses Deus-Ex-Machina-Element aber umgehen.
Neue Figuren
In der zweiten Staffel werden auch einige neue Figuren eingeführt, allen voran Königin Sareth, gespielt von Ella-Rae Smith (Fast & Furious: Hobbs & Shaw), die Cleon heiraten will, aber eigentlich eine ganz andere Agenda verfolgt. Weiterhin mit dabei sind Isabella Laughland als Brother Constant und Kulvinder Ghir als Poly Verisof, die beide der Church of the Galactic Spirit angehören.
Wann kommt Staffel 3?
Die zehn Episoden von Staffel 2 werden wöchentlich bei Apple TV+ freigeschaltet. Seit Ende Mai laufen die Dreharbeiten(öffnet im neuen Fenster) für die dritte Staffel. Sie wird wie die zweite in Prag gedreht. Der Autorenstreik scheint die Produktion nicht einzuschränken, ein möglicher Schauspieler-Streik würde es aber.
Die Dreharbeiten der dritten Staffel werden etwa zwölf Wochen dauern, danach folgt die umfangreiche und langwierige Postproduktion.
Ob man sie dennoch etwas schneller als Staffel 2 sehen wird? Schön wäre es.
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