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Foundation Robotics Lab: Humanoide Roboter zu Testzwecken an Ukraine geliefert

Bereits seit Februar sollen die Roboter in der Ukraine sein. Der Hersteller gibt an, dass bereits Tests beim US-Militär durchgeführt wurden.
/ Mario Petzold
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Der Phantom MK-1 wurde bereits im Umgang mit Sprengstoff trainiert. (Bild: Youtube/Foundation Robotics Lab, Screenshot: Golem)
Der Phantom MK-1 wurde bereits im Umgang mit Sprengstoff trainiert. Bild: Youtube/Foundation Robotics Lab, Screenshot: Golem

Wie Time(öffnet im neuen Fenster) berichtet, befinden sich zwei Phantom MK-1(öffnet im neuen Fenster) des Herstellers Foundation Robotics Lab aus San Francisco, USA, in der Ukraine. Sie sind speziell für den Einsatz an der Frontlinie vorgesehen, laut Firmenangaben zu Aufklärungszwecken.

In den USA wird das Modell bereits für industrielle Zwecke getestet. Gleichzeitig bestehen zwischen dem Roboterhersteller, dessen Mitgründer Mike LeBlanc selbst Soldat war, und dem US-Militär mehrere Forschungsverträge.

Neben der Aufklärung von gefährlichem Gebiet soll es dabei auch um die Handhabung von Sprengstoffen gehen. Als weiteres Ziel soll die Schulung im Umgang mit allen denkbaren Waffenarten ausgegeben worden sein.

Automatisierung gegen Bedenken

Laut LeBlanc ist der Einsatz der humanoiden Roboter nur der nächste logische Schritt nach Drohnen, automatischen Raketenschutzschirmen und lasergelenkten Raketen. Sie könnten unzählige Leben retten. Allein im Krieg in der Ukraine liege die Zahl der Opfer längst im sechsstelligen Bereich.

Gleichzeitig birgt es extreme Gefahren, den Menschen aus diesem Gesamtsystem zu streichen. Schlussendlich läge dann die Kontrolle über diese automatisierten militärischen Systeme in der Hand weniger oder, wie in zahlreichen dystopischen Filmen und Romanen, nur noch in der Hand von Maschinen.

Zudem gibt der Bericht in Time zu bedenken, welches Gefahrenpotenzial durch das Vorhandensein und aktuelle Aufrüsten innerhalb der USA für die eigene Bevölkerung bestehen könnte, wenn autonome Systeme ohne weitreichende Kontrolle eingeführt würden.

Regelungen sollen kommen – vielleicht

Neben unzähligen moralischen und sozialen Bedenken zu der Frage, wer die Verantwortung trägt, wie die Kontrolle aufgeteilt werden kann und wie sich Kriege schlussendlich entscheiden würden, wenn nur noch Roboter und autonome Systeme gegeneinander antreten, gibt es ganz praktische Probleme. Große Sprachmodelle und künstliche Intelligenz arbeiten weitab von einem Zustand, den man als zuverlässig bezeichnen könnte.

Wie Entscheidungen getroffen werden, lässt sich kaum bis gar nicht nachvollziehen. Haarsträubende Fehlfunktionen dürften nicht lange auf sich warten lassen.

Sowohl die UNO als auch das Internationale Rote Kreuz(öffnet im neuen Fenster) sprachen sich bereits für verbindliche Kontrollen und Regelungen autonomer Waffensysteme aus. Weit über 100 Länder unterstützen den Vorstoß, der bis Ende 2026 zu einem verbindlichen Rahmen führen soll. Die USA, Russland oder auch Israel gehören nicht zu den Unterstützern.


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