Fotosammlung einscannen: Buenos Dias aus dem Homeoffice

Anstatt in Corona-Zeiten zu reisen, lässt sich die Zeit für die Digitalisierung seiner Reise-Dias nutzen. Das kann eine sehr laute Angelegenheit werden.

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Mit Magazinscannern lassen sich bequem ganze Diasammlungen digitalisieren.
Mit Magazinscannern lassen sich bequem ganze Diasammlungen digitalisieren. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Für welche Zwecke lässt sich die Kombination aus schlechtem Wetter und faktischen Reiseverboten eigentlich sinnvoll nutzen? Nach mehr als einem Jahr Corona-Einschränkungen kam mir die Idee, die im Keller liegende Dia-Sammlung im Osterurlaub zu digitalisieren. Denn irgendwie muss der Zwangsaufenthalt in den eigenen vier Wänden ja sinnvoll genutzt werden. Doch die Erfahrung zeigt: Viel besser lässt sich das normale Homeoffice für eine solche Aktion nutzen.

Inhalt:
  1. Fotosammlung einscannen: Buenos Dias aus dem Homeoffice
  2. Zwischen Presslufthammer und Maschinengewehr
  3. 16 Bit nicht besser als 8 Bit

Für das Einscannen von Diasammlungen gibt es im Grunde nur zwei Optionen: Entweder man leiht sich einen Scanner für mehrere Tage oder Wochen oder man schickt die Dias zu einem professionellen Dienst. Beides hat Vor- und Nachteile.

Nur Magazinscanner von Reflecta

Für das Einscannen zu Hause gibt es verschiedene Anbieter, die Diascanner verleihen. Dabei gibt es praktisch keine Auswahl an Geräten, wenn man Dias direkt aus den Magazinen einscannen will. Einzelscans oder Flachbettscanner kamen für unsere Zwecke nicht in Frage. Für Serienscans direkt aus Magazinen stehen derzeit offenbar nur die Modelle Reflecta Digitdia 6000 oder 7000 zur Verfügung. Der große Unterschied zwischen beiden Geräten ist die höhere Auflösung, die beim Digitdia 7000 bei 10.000 Pixeln pro Zoll (ppi) liegen soll. Der Digitdia 6000 erreichte nur die Hälfte mit 5.000 ppi.

Einem Test der Webseite Filmscanner.de zufolge liegt die tatsächliche optische Auflösung beim Digitdia 7000 nur bei 4.880 ppi. "Aus einem Kleinbild-Dia holt der Scanner effektiv also knapp 31,8 Millionen Pixel heraus", heißt es. Das ergebe bei einer Farbtiefe von 48 Bit TIFF-Dateien mit einer Größe von 91 MByte. Solche hohe Auflösungen sind jedoch nur sinnvoll, wenn es sich um qualitativ hochwertige Aufnahmen handelt und daraus hochauflösende Drucke erstellt werden sollen.

Rund drei Minuten pro Scan

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Von den eigenen Qualitätsansprüchen und dem zur Verfügung stehenden Rechner hängt es ab, wie lange ein Scanvorgang dauert. Wir haben uns dafür entschieden, die Bilder mit einer Auflösung von 2.500 ppi einzuscannen und gleich nach dem Einlesen vom Scannerprogramm Cyberview X5-MS bearbeiten zu lassen. Dieses verfügt über die Funktion "Magic Touch". Da die Technik laut Beschreibung hardware-basiert ist, "arbeitet sie nahtlos mit dem Scanvorgang zusammen und sorgt für bestmögliche Ergebnisse beim Einlesen von Bildern in den Computer. Staub, Kratzer und andere Makel werden intelligent erkannt und beseitigt".

Eine weitere Funktion zur Qualitätsverbesserung ist die Mehrfachbelichtung (Multipass Xposure). Hierbei wird das Bild drei Mal gescannt. Die beiden zusätzlichen Scans sollen Schattendetails besser hervorheben und dunklere Stellen besser belichten. "Anschließend berechnet die Software intuitiv den letzten Scan, der nun die Daten von allen drei Scans enthält", heißt es in der Anleitung.

Schneller Rechner verkürzt den Scanvorgang

Alternativ lässt sich ein "Mehrfaches Abtasten" (Multiple Sampling) aktivieren. "Mit den mehrfachen Abtastvorgängen gehört Bildrauschen der Vergangenheit an", heißt es in der Anleitung. Große Unterschiede in der Bildqualität konnten wir dadurch jedoch nicht feststellen.

  • Der Reflecta Digitdia 7000 ist ein Magazinsacanner zum automatischen Einscannen von Dias. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die dazugehörige Software Cyberview X5 kann Bildfehler mit der Funktion Magic Touch automatisch beseitigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Aufnahme ohne jede automatische Bildbearbeitung mit 1.000 ppi. Die Verzerrungen sind glücklicherweise nur in dieser Einstellung aufgetreten. Scandauer ca. 1 Minute, 798 KB (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme mit Auto-Belichtung, Auto-Balance und Auto-Kontrast, 1.000 ppi. Scandauer ca 1,3 Minuten, 866 KB (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme zusätzlich mit Magic Touch. Der lange Kratzer im oberen Teil ist verschwunden. 1.000 ppi, Scandauer ca. 1,6 Minuten, 849 KB (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme zusätzlich mit Auto-Color. Der Unterschied ist nicht wahrnehmbar. 1.000 ppi, Scandauer ca. 1,6 Minuten, 845 KB (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme zusätzlich mit Mehrfachbelichtung (Multican-Exposure). Das Bild wirkt heller, auch in den Details.  1.000 ppi, Scandauer knapp 3 Minuten, 888 KB  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme mit Mehrfachabtastung (Multiple Sampling). Kaum Unterschiede zur einfachen Abtastung erkennbar.  1.000 ppi, Scandauer ca. 1,6 Minuten. 857 KB (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme mit Mehrfachbelichtung und Rauschreduktion. 1.000 ppi,  Scandauer ca 3 Minuten, 832 KB. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aufnahme mit Mehrfachbelichtung und 2.500 ppi. Für die Darstellung am Rechner und für Fotoabzüge völlig ausreichend. Scandauer ca 5,6 Minuten, 4,26 MB. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vergleich zwischen 10.000 ppi (l.) und 1.000 ppi (r.): Details sind in der hohen Auflösung deutlich besser sichtbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vergleich zwischen 10.000 ppi (l.) und 2.500 ppi (r.): Die Unterschiede werden geringer, sind aber bei Details, wie der gestreiften Hose, weiter sichtbar.
  • Vergleich zwischen 10.000 ppi (l.) und 5.000 ppi (r.): Kaum noch Unterschiede erkennbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vergleich zwischen 10.000 ppi (l.) und 7.500 ppi (r.): Die Aufnahmen sind praktisch identisch, die Scandauer unterscheidet sich nur um wenige Sekunden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ohne Magic Touch (l.) und mit Magic Touch (r.): Staubkörner und Kratzer werden beseitigt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Solche stark beschädigten Dias können, wie in der linken Hälfte, nur noch begrenzt korrigiert werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Reflecta Digitdia 7000 ist ein Magazinsacanner zum automatischen Einscannen von Dias. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Was uns aufgefallen ist: Die Mehrfachbelichtung verlängert die Dauer des Scanvorgangs je nach Auflösung deutlich. Vor allem der Sprung zwischen 1.000 und 2.500 ppi ist groß. Zwischen 2.500 und 10.000 ppi waren die Unterschiede jedoch sehr gering. Da ein Scanvorgang mit Mehrfachbelichtung und 2.500 ppi fast sechs Minuten dauert, haben wir auf die Intuition der Software verzichtet. Für den Scanvorgang haben wir ein Thinkpad E595 mit einem AMD Ryzen 7 3700U-Prozessor und 16 GByte Ram verwendet.

300 Dias pro Tag gescannt

Bei den gewählten Einstellungen mit Auto-Belichtung, Auto-Farbabgleich und Auto-Kontrast hat ein Scanvorgang zwischen zwei und drei Minuten gedauert. Damit lassen sich 50 Dias in einem Universalmagazin in zweieinhalb Stunden einscannen. Pro Tag sind damit 300 Dias zu schaffen, wenn man kurz vor dem Zubettgehen noch ein Magazin einschiebt. Rein rechnerisch ließen sich damit innerhalb der Leihfrist von einer Woche 2.100 Dias einscannen. Bei einer Mietgebühr von 150 Euro würde jeder Scan etwas mehr als 7 Cent kosten.

Doch diese Rechnung sollte man nicht ohne seine Familienmitglieder machen.

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mathisdt 12. Mai 2021

Gern geschehen! Ich darf hier im Forum keine Links in meine Beiträge setzen, ich bin noch...

greenlucy 10. Mai 2021

Kuck mal, was ich bei "Alternative zu Scannern" gepostet habe. Ich hatte eine bunte...

greenlucy 10. Mai 2021

Wer foto-hardwareseitig gut ausgestattet ist (Systemkamera, Makroobjektiv, Diaprojektor...

John2k 10. Mai 2021

Besitz belastet :-) Spätestens beim Umzug.

RaiseLee 10. Mai 2021

:D +1



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