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Fotografie: Verblasste Bilder aus dem 19. Jahrhundert wiederherstellen

Durch den Einsatz von Synchrotron-Röntgenmikrostrahlen werden verblasste Fotos auf Kupferplatten wieder sichtbar. Die Technik kann auch für Artefakte angewendet werden.
/ Patrick Klapetz
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Die Restaurierung von alten Daguerreotypien (Bild: Tsun-Kong Sham, Y. Zou Finfrock, Qunfeng Xiao, et al.)
Die Restaurierung von alten Daguerreotypien Bild: Tsun-Kong Sham, Y. Zou Finfrock, Qunfeng Xiao, et al.

Ein kanadisches und US-amerikanisches Forschungsteam hat bei der Restaurierung alter, korrodierter Daguerreotypien(öffnet im neuen Fenster) (sehr frühe Arten von Fotos) einen Durchbruch erzielt. Mithilfe eines Synchrotron-Röntgenmikrostrahls(öffnet im neuen Fenster) konnte es die Materialzusammensetzungen genau bestimmen.

Daguerreotypien waren Mitte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Dabei wurden Bilder auf durch chemische Behandlung lichtempfindliche Kupferplatten gepresst. Diese Platten unterliegen einer natürlichen Zersetzung. Der Versuch, sie zu reinigen, kann den Schaden noch verschlimmern.

Aus alt wird neu?

Das Forschungsteam fand einen Weg, um die alten Aufnahmen wieder sichtbar zu machen. Im einfachsten Fall führt die Technik eine chemische Analyse durch, um festzustellen, wo die Korrosion und die Schäden auf einer Daguerreotypie liegen. Sobald dies herausgefunden wurde, wird rückwärts gearbeitet. Dadurch kann ermittelt werden, was das Originalbild zeigte.

Mit der Synchrotron-Bildanalyse einer Daguerreotypie konnte das Team den Silber- und Quecksilbergehalt an jedem Punkt des Fotos messen. Diese Chemikalien waren für die Erstellung des Bildes unerlässlich. Der entstandene Schnappschuss bei der Untersuchung kann bei der Rekonstruktion des Bildes helfen.

Ein früheres Forschungsergebnis zeigte bereits, dass diese Art der Bildwiederherstellung immer möglich ist, solange die korrodierten Bildpartikel intakt bleiben.

Jedoch werden für dieses Verfahren Röntgenstrahlen eingesetzt, die je nach Intensität Schäden hinterlassen können. Röntgenstrahlen beschädigen Metalle normalerweise nicht sichtbar. Bei dem Einsatz der Technik blieb auf der Daguerreotypie ein kleiner Fleck übrig - doch der kann auch durch die Erhitzung von Stellen mit chemischer Verunreinigung oder Korrosion herführen.

Die Vergangenheit restaurieren

Laut der Forschungsgruppe bietet diese Technik ein großes Potenzial für die Erforschung des kulturellen Erbes der Mitte des 19. Jahrhunderts. Viele Daguerreotypien sind in Museen und Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt. Die neue Technik könnte helfen, mehr darüber zu erfahren, wie die Menschen in dieser Zeit aussahen, sich kleideten und lebten.

Das Verfahren könnte auch für andere Arten von Materialien geeignet sein, bei denen es zu Korrosion oder Zersetzung kam. Das könnten etwa archäologische Artefakte und Fossilien sein, die restauriert werden müssen.

Zur Studie

Die Forschungsarbeit wurde am in der Fachzeitschrift Journal of Cultural Heritage veröffentlicht: Retrieving images from tarnished daguerreotypes using X-ray fluorescence imaging with an X-ray micro beam with tunable energy(öffnet im neuen Fenster) (Wiederherstellung von Bildern von beschlagenen Daguerreotypien mittels Röntgenfluoreszenzabbildung mit einem Röntgenmikrostrahl mit abstimmbarer Energie).


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