Fotografie: Spektakuläres Weltraumbild zeigt den Sturz des Ikarus

Dem Astrofotografen Andrew McCarthy ist eine spektakuläre Aufnahme eines fallenden Fallschirmspringers(öffnet im neuen Fenster) vor der feurigen Oberfläche der Sonne gelungen. Es wirkt, als taumelte der Abenteurer vor unserem Heimatstern durch das Vakuum des Weltraums.
Bei dem Fallschirmspringer handelt es sich um den mit McCarthy befreundeten Gabriel C. Brown. Das Bild zeigt Brown im freien Fall vor der Sonne, aufgenommen im Wasserstoff-Alpha-Licht. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Wellenlänge, die die turbulente Wasserstoffschicht direkt über der hellen Oberfläche der Sonne nachzeichnet.
Der Sturz des Ikarus
Das Ergebnis trägt den Titel The Fall of Icarus(öffnet im neuen Fenster) – nach einer griechischen Sagengestalt, dem Sohn des Erfinders Dädalus. Dieser konstruierte der Sage nach Flügel aus Federn und Wachs, mit denen er und sein Sohn der Gefangenschaft auf Kreta entflohen. Ikarus ignorierte die Warnungen des Vaters und kam der Sonne zu nah; dadurch schmolz das Wachs und Ikarus stürzte ins Meer.
Ganz so leichtsinnig waren Brown und McCarthy jedoch nicht. Brown stieg mit einem Motorschirm in die Höhe, während der Amateurastronom aus Arizona (USA) eine Reihe von Teleskopen in der Wüste aufstellte. Dabei blieben beide in Kontakt und im richtigen Moment gab McCarthy seinem Freund das Signal zum Absprung.
Tatsächlich entstanden einige Aufnahmen, auf denen sich die Silhouette von Brown deutlich vor der brodelnden Oberfläche der Sonne abhebt. Er wird dabei von Sonnenflecken eingerahmt, also den aktiven Regionen auf der Sonnenoberfläche, die etwas kühler sind als ihre Umgebung.
Derzeit sind die Sonnenaktivitäten während ihres elfjährigen Zyklus sehr stark – so sehr, dass teilweise Polarlichter bis in unsere Breitengraden sichtbar sind.



