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Fosta: Online-Verbot treibt Sexarbeit in gefährlichen Untergrund

In den USA sollen Online-Verbote Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung verhindern. Das Gesetz dazu hat aber offenbar genau jene gegenteiligen Effekte auf Sexarbeit, vor denen Kritiker gewarnt hatten. Abgeordnete fordern nun Reformen.
/ Sebastian Grüner
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Gesetzgeber in den USA fordern Reformen an dem Gesetzespaket Fosta. (Bild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP via Getty Images)
Gesetzgeber in den USA fordern Reformen an dem Gesetzespaket Fosta. Bild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP via Getty Images

Im vergangenen Jahr ist in den USA eine Gesetzespaket (Fosta) verabschiedet worden, das eigentlich dazu gedacht ist, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung zu verhindern beziehungsweise zu erschweren. Erreicht werden soll das unter anderem dadurch , dass Onlineplattformen sogar für illegale Inhalte haftbar gemacht werden können, von denen die Betreiber keine Kenntnis haben. Wie von Kritikern befürchtet hat Fosta aber offenbar klar negative Konsequenzen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.

Die US-Bürgerrechtsorganisation EFF berichtet nun von einer Studie(öffnet im neuen Fenster) unter Sexarbeitern, wonach 40 Prozent der Befragten nach Inkrafttreten des Gesetzes zunehmende Gewalt erlebt haben. Hinzu kommt, dass nahezu alle Befragten sich durch das Gesetz nicht sicherer fühlten.

Wie die New York Times darüber hinaus berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sind diese Probleme inzwischen auch in der Politik angekommen. Mehrere Abgeordnete rufen demnach dazu auf, das Gesetzespaket zu überarbeiten. Darunter sind auch die Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren, die sich beide derzeit um eine US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bemühen.

In dem Bericht der New York Times wird auch auf Aussagen der Strafverfolgungsbehörden Bezug genommen. Demnach sei es inzwischen manchmal schwieriger gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung vorzugehen als vorher, weil das Gesetz diese Fälle weiter in den Untergrund treibe.

Größere Unsicherheit für Sexarbeiter

Die EFF hatte das Gesetz schon vor der Verabschiedung als Zensur beschrieben. Konkret weite das Gesetzespaket bereits zuvor bestehende Regeln auf Internetangebote aus, die Sexarbeit "erleichtern und befördern" . Die Organisation befürchtete, dass dies dazu führen würde, dass Online-Plattform deshalb lieber "Inhalte zensieren" als möglicherweise jahrelange und ruinöse Klagen zu riskieren. Google, Craislist, Microsoft , Reddit und viele weitere haben dies offenbar genau so umgesetzt wie befürchtet.

Laut der EFF fehlten den Betroffenen damit Möglichkeiten zur Organisation und Werkzeuge zur eigenen Sicherheit. "Durch das Entfernen von Überprüfungsfunktionen für Kunden, Listen mit schlechten Dates und anderen Sicherheitstipps aus der Community werden mehr Sexarbeiter auf die Straße getrieben" , schreibt die EFF. Gestützt wird diese Aussage auch mit Kriminalstatistiken, die den beschriebenen Effekt belegen sollen.


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