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Fosdem: Linux ist Entwicklung auf der Langstrecke

Auf der Fosdem-Konferenz in Brüssel zeigt sich in vielen Vorträgen, dass die Entwicklung des Linux-Kernels sehr viel Durchhaltewillen erfordert. Einige der Projekte im Kernel brauchen gar Jahrzehnte bis zur vollständigen Umsetzung.

Ein Bericht von Kristian Kißling/Linux Magazin und veröffentlicht am
Auf der Fosdem blickt die Kernel-Community zurück und plant neue Aufgaben.
Auf der Fosdem blickt die Kernel-Community zurück und plant neue Aufgaben. (Bild: Kristian Kißling/Linux Magazin)

Den 20. Geburtstag ihrer Fosdem-Konferenz in Brüssel nutzen die Organisatoren für einen eigenen History-Track. Darin wird aber nicht nur zurückgeblickt, sondern auch vorausgeschaut. So hat auch der Kernel-Log-Autor Thorsten Leemhuis in seinem langen Eröffnungsvortrag der Fosdem keine schnöde Geschichtsstunde gehalten. Vielmehr arbeitete er aus den historischen Ereignissen einige typische Entwicklungsmuster der Kernel-Entwicklung heraus.

Inhalt:
  1. Fosdem: Linux ist Entwicklung auf der Langstrecke
  2. Langer Umbau mitten im Kernel-Space

Da wäre zum Beispiel der Umgang mit großen Projekten und Problemen. So hat es etwa gut 15 Jahre gedauert, Linux in einen Echtzeit-Kernel zu verwandeln. Am Ende sei es dem Verantwortlichen Thomas Gleixner und seinen Mitstreitern jedoch in vielen kleinen Schritten und dank sehr viel Beharrlichkeit gelungen, die Idee von einem echtzeitfähigen Kernel umzusetzen, sagte Leemhuis. Noch in diesem Jahr wird die Funktion voraussichtlich offiziell im Hauptzweig des Linux-Kernels freigeschaltet.

In vielen kleinen Schritten weite Strecken zurücklegen

Aber nicht nur dieses Beispiel zeigt, dass sich Kernel-Entwickler nicht selten an der Langstrecke versuchen. Dank vieler kleiner Schritte bringen sie nicht nur Großprojekte erfolgreich ans Ziel. Sie programmieren auf diese inkrementelle Weise mitunter auch Funktionen, die sich dann später erstaunlich entwickeln.

Basierend auf den bereits im Kernel existierenden Namespaces und Cgroups sorgte beispielsweise die Firma Dotcloud für Furore und führte mit Docker eine Containertechnologie ein, die in heutigen Rechenzentren eingesetzt wird und unter anderem als Engine in Kubernetes dient. Dockers Idee für die Nutzung der Kernel-Funktionen, aber vor allem auch deren Umsetzung waren damals quasi Alleinstellungsmerkmale. Die Docker-Entwickler bastelten aus der Kernel-Technologie in wenigen Jahren ein Open-Source-Produkt, das mit großem Erfolg eine Lücke füllte.

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Langer Umbau mitten im Kernel-Space 
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