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FOSDEM 2026: Wo das "Herz der freien Welt" schlägt

Die Open-Source -Konferenz der Superlative wird politischer. Denn: Wenn die Demokratie verschwinde, verschwinde auch Open Source.
/ Markus Feilner
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Abschlusskeynote der Fosdem 2026 (Bild: Markus Feilner)
Abschlusskeynote der Fosdem 2026 Bild: Markus Feilner
Inhalt
  1. FOSDEM 2026: Wo das "Herz der freien Welt" schlägt
  2. Rund 1.000 Vorträge, 1.200 Sprecher, enorme Themenvielfalt
  3. Überlastung von OSS-Projekten – und Probleme mit KI

An die Arbeit, liebe Open Source Community! Hier schlage das Herz der freien Welt, sagte Richard Hartmann während seiner Eröffnungsrede der Fosdem 2026. Viele Besucher bestätigten dieses "neue Gefühl" .

Die Aufbruchsstimmung, die die Weltpolitik, aber auch Donald Trumps politische Manöver und der damit einhergehende Demokratieverfall, hervorgerufen haben, war ein zentrales Thema. Im politischen wie auch gesellschaftlichen Mainstream ist Open Source als digitale Souveränität oder technologische Unabhängigkeit angekommen. Der Nachholbedarf ist erkannt, und so will auch die Fosdem selbst politischer werden.

Schon im Fosdem Fringe rund um Konferenz zeigte sich, wie sehr die Technologiedebatte auch konservative Kreise und höchste politische Ebenen erreicht hat. Entsprechend setzte die Erföffnungskeynote von Michiel Leenaars(öffnet im neuen Fenster) , dem Strategiechef von NLnet, den Ton für diverse Devrooms: "Die Fosdem in Zeiten von Kriegen und KI" .

"Widerstand. Organisieren. Schützen"

Emotional verortet(öffnet im neuen Fenster) Richard " RichiH(öffnet im neuen Fenster) " Hartmann von Grafana das Zentrum der freien Welt in der Université Libre de Bruxelles (ULB) und heißt die geschätzt über 40 Prozent neuen Besucher zur "größten Open-Source-Konferenz der Welt" willkommen.

"Viele sagen, Open Source sei nicht politisch, aber die lagen schon immer falsch" , sagt der Fosdem-Mitorganisator. Gerade die letzten Wochen hätten gezeigt, wie wichtig Engagement sei. Auch Open Source folge da den Prinzipien der Ökonomie. Souveränität sei wahnsinnig ( "insanely" ) wichtig geworden: "Wenn wir unsere Demokratien verlieren, wird auch Open Source irrelevant und verschwindet" .

"Ich bin Deutscher, ich habe in Geschichte in der Schule aufgepasst, und ich kann euch sagen: Was da gerade passiert, ist extrem angsteinflößend. Wir sind am Scheidepunkt." Mit brechender Stimme und Tränen in den Augen fährt er fort: Die Zeit, wo man immer nur nett sein könne, sei vorbei, jetzt gelte: "Widerstand. Organisieren. Schützen" . Das sei doch nur selbstverständlich, und ihm sei egal, auf wie vielen Listen er stehe. Extra lange lässt er die Folie stehen und bekommt Applaus dafür, ehe er – gefasst – mit den Standard-Announcements fortfährt. Die Fosdem hat jetzt übrigens auch eine Mailadresse für Policy-Fragen: policy@fosdem.org.

Die Announcements sind durchaus eindrucksvoll.


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