Überlastung von OSS-Projekten – und Probleme mit KI
Ein großer Block an Vorträgen beschäftig sich mit Fragen der Überlastung und mangelnder finanzieller Ausstattung von zahlreichen OSS-Projekten und den damit einhergehenden Problemen und Risiken – für Contributors wie Gesellschaften(öffnet im neuen Fenster) – oder auch der CRA-Compliance(öffnet im neuen Fenster) .
Viel Aufsehen erregten Vorträge wie der des Entwicklers Michael Meeks(öffnet im neuen Fenster) über all die Probleme, auf die man beim Bau einer Office Suite stößt, oder am Sonntagabend die Abschlusskeynote von Curl-Mastermind Daniel Stenberg, der über OSS Security in Zeiten von bösartiger KI sprach.
KI kann ja hilfreich sein, aber was Menschen damit machen ...
Stenberg referiert über die sinnlosen Aufwände, die OSS-Teams leisten müssen, weil KI-Systeme heute massenhaft inhaltsleeren Unfug als wichtige Patches einreichen. Die seien so glaubwürdig, dass es teilweise lange dauere – also viel Manpower brauche – bis man schlussendlich herausfinde, dass es die von der KI beschriebene Funktion gar nicht gebe. Derzeit finde ein DDOS-Angriff auf Open Source statt, wie es ihn so noch nicht gegeben habe, so Stenberg, der auch gleich eine Anleitung zum Erkennen von KI-Systemen und ihrem Slop mitliefert.
Dabei liegt es ihm fern, KI zu verteufeln. Er nutze auch KI-Systeme, um Fehler zu suchen, zu debuggen und sei immer wieder überrascht, dass KI-Tools oft Sachen finden, die sonst kein anderes Werkzeug bemerkt hat. Auch bei Tests auf das Einhalten von Standards haben sich die Tools als hilfreich erwiesen. Ob die umfangreichen ethischen und ökologischen Probleme jedoch in Einklang zu bringen seien mit den eigenen Werten, müsse jeder selbst entscheiden, sagt der Schwede.
"Totale Energieverschwendung"
Die DDOS-Angriffe auf Open Source seien "totale Energieverschwendung" , die bereits 30 bis 70 Prozent der Submissions ausmache und erst seit zwei Jahren vorkomme. KI sei da nicht das eigentliche Problem, sondern der Missbrauch und die einfache Verfügbarkeit. Menschen würden irregeleitet, Anwender täten sich zunehmend schwer, KI-Lügen von Wahrheiten zu unterscheiden.
Stenberg bekommt viel Applaus, die Fragen nehmen kein Ende. Doch irgendwann ist sie vorbei, die Fosdem, und wie es die Tradition will, müssen – "This is mandatory" (Hartmann) – alle Organisatoren, Freiwilligen und Helfer auf die Bühnen und den Fosdem Dance tanzen.
Markus Feilner(öffnet im neuen Fenster) ist Berater für Open-Source-Strategien aus Regensburg. Seit dem Jahr 1994 arbeitet er mit Linux, seit 2000 mit eigener Firma, die sich auf die OSI Layer 8 bis 11 spezialisiert hat. Er war stellvertretender Chefredakteur des Linux-Magazins und der Heise iX sowie Team Lead Documentation bei Suse.