Forza Horizon 6 im Test: Neonlichter, Bergstraßen und Traumautos
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Wenige Länder eignen sich so gut für ein Open-World-Rennspiel wie Japan. Über Tausende Kilometer ziehen sich die Inseln von kalten Bergregionen im Norden bis in beinahe subtropische Gebiete im Süden. Dazwischen liegen Metropolen, enge Küstenstraßen, neblige Wälder und kurvige Passstraßen.
Diese Möglichkeiten nutzt Forza Horizon 6 geschickt, um die atmosphärisch vielleicht stärkste Spielwelt der Reihe zu liefern. Neonlichter in Megastädten wechseln sich ab mit ruhigen Landstraßen, kleinen Ortschaften und langen Bergabfahrten.
Nachts entfaltet das Spiel eine besondere Wirkung. Regen glänzt auf dem Asphalt, Reklametafeln spiegeln sich in Pfützen, die Straßen Tokios wirken wie geschaffen für nächtliche Fahrten.
Die Karte zählt laut Playground Games zu den größten der Seriengeschichte und übertrifft Mexiko aus dem Vorgänger. Vor allem die Hauptstadtregion wirkt größer und vertikaler als die Städte aus Forza Horizon 5.
Shibuya Crossing, die berühmte Kreuzung im Zentrum Tokios, und der Tokyo Tower gehören zu den markantesten Orten der Karte. Dazu kommen Industriegebiete, Häfen und schmale Bergstraßen irgendwo im Nebel.
Da die Welt mehr zu bieten hat als Beton, dient der Mount Fuji oft als Orientierungspunkt, und die umliegenden Passstraßen halten einige der besten Driftstrecken des Spiels bereit.
In Kyoto-inspirierten Gebieten erzeugen traditionelle Tempel und Kirschblütenalleen eine fast meditative Stimmung, vor allem im Frühling. Wenn wir nachts mit einem Nissan Skyline oder Toyota Supra durch enge Kurven driften, wird klar, warum das Setting für die Reihe so gut funktioniert.
Das Fahrgefühl bleibt typisch Horizon: sofort zugänglich und angenehm präzise. Viele Fahrzeuge wirken direkter und kontrollierter als im Vorgänger. Besonders Drifts machen Spaß, ohne zu kompliziert zu werden. Nur in den ersten Stunden waren uns zu viele weich abgestimmte Fahrzeuge im Starterfeld.
Toyota, Nissan, Honda, Mazda und Subaru stehen stärker im Mittelpunkt als früher. Insgesamt bietet das Spiel zum Start über 550 offiziell bestätigte Fahrzeuge. Das ist weiterhin viel, wirkt angesichts der langen Entwicklungszeit aber vorsichtiger als erhofft. Von den deutschen Marken ist vor allem Porsche präsent.
Und: Japan gilt als Hochburg der Tuning- und Custom-Car-Kultur, im Spiel taucht das allerdings nur behutsam auf. Wir hätten uns in dem Bereich mehr neue Ideen gewünscht.
Immerhin wurden in Zusammenarbeit mit Kulturexperten einige spezifische Stile wie Kei-Cars oder Bosozoku-Elemente eingebunden. Außerdem bieten spätere Fahrzeuge teilweise auffälligere Bodykits. Dennoch bleibt das Basissystem des Tunings relativ nah an den bekannten Horizon-Mechaniken.
Die Kampagne setzt erneut stärker auf Festival-Atmosphäre als auf eine große Geschichte. Das funktioniert, weil Horizon nie von komplexem Storytelling gelebt hat. Stattdessen entsteht der typische Horizon-Flow: ein Rennen hier, ein spontaner Drift-Wettbewerb dort und dazwischen freies Erkunden und Entdecken.
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