Fortnite: Epic Games muss halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen

Epic Games legt in den USA zwei Beschwerden gegen Zahlung einer hohen Buße bei(öffnet im neuen Fenster) . Dabei ging es um die Verwendung privater Daten von Kindern durch Epic und und die Nutzung von Dark Patterns(öffnet im neuen Fenster) , um versehentliche Käufe in Computerspielen zu fördern.
Die US-Handelskommission FTC (Federal Trade Commission) rügte Epic wegen der Nichteinhaltung des Coppa-Gesetzes(öffnet im neuen Fenster) (Children's Online Privacy Protection Act), insbesondere da Sprach- und Textchatfunktionen standardmäßig für junge Spieler aktiviert waren und ihre Kontonamen öffentlich gemacht wurden.
Um dieses Problem anzugehen, führte Epic Standardeinstellungen ein, die den Chat einschränken, Benutzernamen verbergen und den Beitritt nur auf Einladung erlauben. Außerdem gibt es nun Jugendkonten(öffnet im neuen Fenster) , deren Einstellungen von Erwachsenen bestätigt werden müssen.
In einem separaten Fall gab die FTC an(öffnet im neuen Fenster) , dass in Fortnite oft Spielgegenstände ohne explizite Zustimmung der Kunden in Rechnung gestellt sowie Interface-Elemente wie Dark Pattern benutzt worden seien, um Kunden zu Käufen zu bringen. Auch hier werden neue Maßnahmen getroffen: Wer jetzt etwas kaufen will, muss seine Kaufabsicht nochmal bestätigen. Außerdem gibt es Stornierungsmöglichkeiten._
Wie Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) berichtete, speicherte Epic bis Ende 2018 automatisch die Kreditkarteninformationen aller, die einen einzigen Kauf in Fortnite tätigten, und verlangte den CVV-Code für weitere Käufe nicht mehr. Das machte es vielen Kindern laut FTC leicht, ohne die Zustimmung ihrer Eltern weitere Käufe zu machen.
Die Strafzahlung wird aufgeteilt in 275 Millionen US-Dollar, die Epic an das US-Finanzministerium zahlen muss, sowie 245 Millionen US-Dollar Entschädigungen, die an betroffene Kunden ausgeschüttet werden müssen.
Der Autor meint dazu:
Auch wenn es keinen Richterspruch gab, zeigt das Verfahren, dass Entwickler Schutzmaßnahmen ernster nehmen müssen, damit Kinderrechte nicht verletzt und Kunden nicht mit psychologischen Tricks ausgenommen werden, ohne sich wehren zu können. Ansonsten könnte der Gesetzgeber aktiv werden und die Bedingungen verschärfen.