Forschungsflugzeug: Raumgleiter und Airbus A 380 zugleich

Nicht nur sauber und automatisiert fliegen soll das kleine Forschungsflugzeug des DLR - es hat auch eine weltweit einzigartige Eigenschaft: Es kann so tun, als wäre es ein anderes Flugzeug.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Forschungsflugzeug Istar landet in Braunschweig (am 31. Januar 2020): die nächste Generation von Flugzeugen vorwegnehmen
Forschungsflugzeug Istar landet in Braunschweig (am 31. Januar 2020): die nächste Generation von Flugzeugen vorwegnehmen (Bild: Jörg Graupner/CC-BY 3.0)

Es ist recht klein, dieses Flugzeug, das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an diesem Tag in Braunschweig offiziell von dem französischen Flugzeughersteller Dassault überreicht bekommt. Das jüngste Mitglied der DLR-Flotte ist eine Falcon 2000LX und heißt Istar. Die Abkürzung steht für In-Flight Systems & Technology Airborne Research. Das Geschäftsreiseflugzeug ist knapp über 20 Meter lang ist, hat eine Spannweite von gut 21 Metern und kann maximal 19 Passagiere transportieren.

Inhalt:
  1. Forschungsflugzeug: Raumgleiter und Airbus A 380 zugleich
  2. In-Flight-Simulation
  3. Neue Cockpits und synthetische Treibstoffe

Dennoch geraten die DLR-Wissenschaftler bei der Beschreibung der Maschine ins Schwärmen: "Wir sind in der Lage, die Flugeigenschaften dieses Flugzeugs an jedes andere Flugzeug anzupassen. Das heißt, wir können so tun, als würden wir in einem Raumgleiter fliegen oder in einem Airbus A 380", sagt Stefan Levedag, Leiter des Instituts für Flugsystemtechnik des DLR, bei der Vorstellung des Flugzeugs. "All das lässt sich simulieren mit diesem Flugzeug in der vollständigen Ausbaustufe."

Damit wolle man die Zukunft der Luftfahrt vorbereiten, ergänzt DLR-Luftfahrtvorstand Rolf Henke. "Mit dem Istar werden wir diese beiden Linien angehen: Wir werden zum einen die heutigen Flugzeuge besser machen." Das bedeutet: Sie sollen leiser und aerodynamisch effizienter werden - und dadurch auch weniger Kraftstoff verbrennen. "Und wir werden die nächste Generation von Flugzeugen vorwegnehmen."

Das Flugzeug ist der Prototyp, mit dem Dassault die Serienzulassung erhielt. Deshalb steckt es voller Messtechnik. Alle wichtigen Strukturbauteile im Rumpf und den Tragflächen seien mit Sensoren ausgestattet, berichtet Burkhard Wigger mit Gespräch mit Golem.de. Wigger ist Leiter der Einrichtung Flugexperimente des DLR, die später Testflüge mit dieser Maschine durchführen wird. Mit den 80 Messgeräten können die Forscher die Beschleunigung und Spannung in jedem Teil des Flugzeugs im Flug aufnehmen und dokumentieren.

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Ein weiterer Vorteil der Maschine sind ihre Flugeigenschaften. Die Falcon 2000LX - diese Variante ist mit Winglets an den Tragflächenenden ausgestattet - sei das Derivat eines Kampfflugzeuges, sagt Wigger. Deshalb sei das Flugzeug sehr agil und habe gute Leistungsdaten.

Das DLR wird noch weitere Technik installieren: Zunächst bekommt das Flugzeug einen fünf Meter langen Nasenmast installiert. Er erfasst Daten wie Luftdruck, Flughöhe, Geschwindigkeit und Feuchtigkeit der Luft in deutlich höherer Auflösung als die normalen Luftdatensysteme des Flugzeugs. Und es geht noch mehr: "Wir haben im Flugzeug mehrere Vorkehrungen einbauen lassen, zum Beispiel Durchbrüche in die Außenhaut, wo wir Sensoren oder Antennen aufbauen können. Wir haben Leerrohre im Flugzeug verlegen lassen, so dass wir Sensoren im Fahrwerksschacht oder am Flügel anbringen können, um dort Sensorik zu verbauen", erzählt Wigger. "Je nach Experiment können noch weitere Sensoren aufgeschaltet werden."

Damit ist das Flugzeug für ein umfangreiches Testprogramm ausgestattet, das in diesem Jahr starten soll. Zunächst werden die Forscher Daten sammeln, um die Flugeigenschaften der Istar genau zu vermessen. Dann aber geht es an den Rechner. Dort wird aus allen verfügbaren Daten - denen, die der Hersteller Dassault dem DLR zur Verfügung gestellt hat, und denen, die das DLR selbst im ersten Flugprogramm gesammelt hat - ein digitaler Zwilling der Maschine erstellt. Er wird ein perfektes virtuelles Ebenbild der realen Maschine sein und die Grundlage für ein Testprogramm bilden, das die Maschine einzigartig auf der Welt macht: die sogenannte In-Flight-Simulation.

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In-Flight-Simulation 
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TrollNo1 02. Mär 2020

Spannender wirds erst, wenn ein Pilot für 4 Flugzeuge gleichzeitig zuständig ist. Weil an...

Heinz Numero 29. Feb 2020

Bei mehr als 30km/h schießt einem auch das Blut aus den Ohren, das weiß man schon seit...

pk_erchner 29. Feb 2020

tolle Erfindung endlich weg mit der Geldverschwendung Flugsimulatoren

konsolent 28. Feb 2020

so ungefähr sollte man sich Geschäftsflieger ganz generell vorstellen: als Kampfflieger...

konsolent 28. Feb 2020

find ich auch: +1


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