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Forschung: Trump-Regierung lässt System zur Ozeanüberwachung abbauen

Das 900 Tiefseeinstrumente umfassende Sensorensystem soll nach weniger als der Hälfte der geplanten Laufzeit zurückgebaut werden.
/ Mike Faust
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Mit über 900 Tiefseeinstrumenten wurden Meereströmungen und mehr gemessen. (Bild: Science Photo Library via Reuters Connect)
Mit über 900 Tiefseeinstrumenten wurden Meereströmungen und mehr gemessen. Bild: Science Photo Library via Reuters Connect

Die US-Regierung lässt ein 368 Millionen US-Dollar teures System zur Tiefseebeobachtung demontieren. Wie die New York Times berichtet(öffnet im neuen Fenster), wurde das System vor zehn Jahren eingerichtet, um Küsten, marine Ökosysteme und starke Strömungen mit Einfluss auf das das globale Klima zu beobachten. Die Laufzeit des Systems war auf 25 Jahre angesetzt.

Noch im Juni 2026 sollen Schiffe ausgesendet werden, um über 900 Tiefseeinstrumente vor den Küsten der US-Bundesstaaten Oregon, Washington, Alaska, North Carolina und der Irmingersee, einem Gebiet zwischen Grönland und Island, zu entfernen.

Die Daten des Systems wurden verwendet, um zu erforschen, wie Ozeane Treibhausgase aus der Atmosphäre aufnehmen und wie sich Veränderungen der Meerestemperatur sowie maritime Hitzewellen auf die Fischerei auswirken oder auch größere Klimaveränderungen ankündigen können.

Wichtige ozeanische Strömung könnte zusammenbrechen

Insbesondere die Station in der Irmingersee ist entscheidend für das Verständnis von Veränderungen der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation, die den Beobachtungen zufolge schwächer wird und deren Zusammenbruch gravierende Auswirkungen auf Wetterereignisse hätte.

Michael England, Sprecher der National Science Foundation (NSF), einer US‑Behörde zur Förderung von Forschung und Bildung, sagte gegenüber der Times, dass die Auflösung des Tiefseebeobachtungssystems im Einklang mit der Strategie stehe, "sich entwickelnde wissenschaftliche Prioritäten flexibler zu fördern".

Craig McLean, der während Donald Trumps erster Amtszeit kommissarischer Chef-Wissenschaftler der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (National Oceanic and Atmospheric Administration, NOAA) war, äußerte hingegen Kritik.

"Unverständnis der US-Regierung für wissenschaftlichen Wert"

Der Vorgang "spiegelt das anhaltende Unverständnis der aktuellen Regierung für wissenschaftlichen Wert und wissenschaftliche Bedeutung wider", so McLean. "Durch die Auflösung eines solchen Systems drängen wir die Vereinigten Staaten erneut ins Abseits der globalen wissenschaftlichen Führung."

Der Betrieb des Sensorennetzwerks kostet 48 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die US-Regierung unter Donald Trump versuchte bereits mehrfach, es zu schließen und die Finanzierung zu kürzen. Der US-Kongress wehrte sich allerdings dagegen und stellte die Mittel in den Jahren 2025 und 2026 dennoch bereit.


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