Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Molekülwiderstand als Schlüssel

Die Forscher übertrugen ein Messverfahren aus der Batterieindustrie auf das Heißgetränk: Die zyklische Voltammetrie erkennt feinste molekulare Unterschiede, die herkömmliche Messgeräte und auch das menschliche Auge übersehen.

Bei der zyklischen Voltammetrie an Kaffee fungiert dieser als Widerstand, der wiederum von der Anzahl und Art der Moleküle in der Lösung abhängt. Verschiedene Moleküle reagieren auf unterschiedlich angelegte Spannungen, so dass die Technik Molekülfamilien aufgrund ihrer Spannungsantwort unterscheiden kann.

Das scharfe Auge einer Rösterei

Um zu beweisen, wie gut der Potentiostat in der Praxis funktioniert, beschaffte das Team vier Chargen Kaffeebohnen von einem Spezialitätenröster in England. Während alle vier Chargen für das menschliche Auge identisch aussahen, war eine Charge vom Röster abgelehnt worden, da die Bohnen etwas zu hell waren und bei der Verkostung nicht den gewünschten Geschmack aufwiesen.

In einem Blindtest identifizierte das Verfahren eine fehlerhafte Röstcharge (Sack 1) sofort. Herkömmliche Farbanalysen und Lichtmessungen waren zuvor an der Aufgabe gescheitert. Nach dieser Schlussfolgerung bestätigte der Röster, dass es sich bei dem ersten Sack tatsächlich um die aussortierte Charge handelte.

Bisher verließ man sich bei der Qualitätskontrolle ausschließlich auf menschliche Gaumen. Die neue Methode verleiht den subjektiven Vorlieben nun erstmals einen objektiven, numerischen Wert.

Zur Studie

Die Studie wurde am 28. April 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht: Direct electrochemical appraisal of black coffee quality using cyclic voltammetry(öffnet im neuen Fenster) (Direkte elektrochemische Bewertung der Qualität schwarzen Kaffees durch zyklische Voltammetrie).


Relevante Themen