Forschung: HPE-Supercomputer sollen Missionen zum Mars unterstützen

Der Computerhersteller HPE hat vor einer Woche einen seiner Supercomputer in das Weltall schicken(öffnet im neuen Fenster) lassen. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die Hardware mit einer Falcon-9-Rakete und dem Dragon-Raumschiff auf die internationale Raumstation ISS befördert. Die Startplattform hat die US-Luftwaffenbasis Cape Caneveral bereitgestellt.
Ziel der einjährigen Mission sei es, die Zuverlässigkeit von HPC-Systemen im Weltall zu testen. Ungefähr so lange dauert nämlich auch eine eventuell anstehende bemannte Expedition zum Planeten Mars. HPE testet mehrere Geräte der Apollo-40-Serie auf der ISS ohne Gravitationskraft im Dauerbetrieb. Ähnlich wie HPEs The Machine setzt auch dieses System auf das Prinzip von Memory-Driven Computing, bei dem der Prozessor Zugriff auf sehr große Mengen Arbeitsspeicher hat, den er als eine Art Cache nutzt.
Kühlung mit der Kälte des Weltalls
Der Supercomputer von HPE ist Teil des Projekts Spaceborne Computer. Er ist in einem speziell versiegelten Gehäuse untergebracht und verfügt über eine Wasserkühlung, die sich die kalte Umgebung des Weltalls zu Nutze macht. Außerdem verwendet HPE standardisierte RJ45-Ethernet-Kabel und den amerikanischen Stromstandard für 110 Volt. Alle Komponenten sind in Kooperation mit der National Aeronautics and Space Administration (NASA) abgestimmt worden. Sie laufen laut HPE auch mit Solarenergie aus den Kollektoren von Raumschiffen.
Das Computersystem soll weitgehend eigenständig arbeiten und möglichst wenig technisches Wissen von den Astronauten abverlangen. Auf der Hardware läuft ein speziell angepasstes Linux-Betriebssystem. Das Aktualisieren soll sich durch das einheitliche Gehäuse einfach gestalten. Vor einer Mission werden dazu auf der Erde Softwareupdates aufgespielt und das akuelle System in den Orbit befördert. Das ältere System kann dann durch das neue ausgetauscht werden. Im Weltall soll der HPE-Computer für Kursberechnungen oder komplexe Experimente verwendet werden können.



