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Die neue Route zum Mond

Das jetzige Forschungsteam schlägt vor, in eine rein zweidimensionale periodische oder quasi-periodische Flugbahn – eine sogenannte Lyapunov-Bahn – am Lagrange-Punkt L1 einzutreten, eine Region zwischen Erde und Mond, in der sich die Anziehungskräfte der beiden Himmelskörper aufheben. Während des größten Teils dieser Reise würde das Raumschiff von einer "Variate" geleitet werden, also einer natürlichen Flugbahn, die zu dieser Umlaufbahn führt.

Die meisten bestehenden Modelle gehen davon aus, dass es effizienter ist, an dem der Erde am nächsten gelegenen Ast in die "Variate" einzutreten. Die Simulationen zeigen jedoch, dass die wirtschaftlichste Route tatsächlich näher am Mond verläuft und dass hierfür ein Eintritt in die "Variate" auf der gegenüberliegenden Seite notwendig ist.

Kein Kontaktabbruch mehr

Mithilfe eines Steuerungssystems könnte das Raumfahrzeug für eine unbegrenzte Zeit in dieser Zwischenbahn verbleiben, um sich auf die Weiterreise in die Mondumlaufbahn vorzubereiten. Dieser Weltraumtransfer ist vorteilhaft, da es während des Wartens zu keiner Unterbrechung der Kommunikation mit der Erde oder dem Mond kommt – anders als bei Artemis II, wo es zu einer vorübergehenden Funkunterbrechung beim Eintritt in die erdabgewandte Mondseite kam.

Durch die optimierte Route muss das Raumschiff während der Triebwerkszündungen für notwendige Geschwindigkeitsänderungen 58,80 Meter pro Sekunde (m/s; entspricht Delta-v) weniger Treibstoff als die bisher beschriebenen treibstoffsparendsten Routen aufbringen. Selbst dieser kleine Effizienzgewinn könnte die Kosten für Mondreisen senken. Künftige Studien könnten weitere Variablen wie die Anziehungskraft der Sonne einbeziehen und dadurch womöglich noch günstigere Flugbahnen finden.

Zur Studie

Die Studie wurde am 10. April 2026 in der Fachzeitschrift Astrodynamics veröffentlicht: Earth-Moon transfer via the L1 Lagrangian point using the theory of functional connections(öffnet im neuen Fenster) (Erd-Mond-Transfer über den L1-Lagrange-Punkt unter Verwendung der Theorie der funktionellen Verbindungen).


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