Forschung: Außerirdische Organismen könnten lila sein
Eine Forschungsgruppe hat einen neuen Datensatz erstellt(öffnet im neuen Fenster) , der bei der Suche nach außerirdischem Leben auch die Biosignatur von violetten Bakterien einschließt. Lavendelfarbenen Mikroben könnten früh in der Geschichte unseres Planeten die Erde beherrscht haben.
Entsprechend geht die Gruppe davon aus, dass sie auch auf fernen Welten existieren könnten, vorausgesetzt, die Planeten kreisen um schwache rote Sterne, die kleiner sind als unsere Sonne sind.
Grüne Moleküle
Auf der Erde basiert das Leben auf der sauerstoffproduzierenden Photosynthese, die von dem grünen Pigment Chlorophyll bewerkstelligt wird.
Doch dies ist erst seit etwa 2,4 Milliarden Jahren der Fall, als winzige Blaualgen, die sogenannten Cyanobakterien, als erste bekannte photosynthesebetreibende Spezies begannen, Chlorophyll zu nutzen. Sie setzten Sonnenlicht und Kohlendioxid zur Gewinnung von Stoffwechselenergie ein, als Nebenprodukt wurde Sauerstoff freigesetzt.
Violette Moleküle
Davor erzeugten Mikroorganismen Stoffwechselenergie, indem sie das Sonnenlicht mit der Hilfe eines violetten Moleküls namens Retinal nutzten. Die Forschungsgruppe geht davon aus, dass dessen Ursprung möglicherweise vor dem Chlorophyll lag.
"Purpurbakterien können unter so unterschiedlichen Bedingungen überleben und gedeihen, dass man sich leicht vorstellen kann, dass auf vielen verschiedenen Welten Lila das neue Grün sein könnte" , erklärte Studienmitautorin Lisa Kaltenegger (Cornell University) in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) .
Neuer Datensatz für die zukünftige Suche wurde erstellt
Sollte Retinal auch auf fernen Welten existieren, könnte der einzigartige Fingerabdruck des Moleküls mit zukünftigen boden- und weltraumgestützten Teleskopen erkannt werden. Dazu könnten Teleskope wie das European Extremely Large Telescope, das derzeit in Chile gebaut wird, und das Infrarotteleskop Habitable Worlds Observatory der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa (Inbetriebnahme im Jahr 2040) beitragen.
Die Bakterien "gedeihen hier bereits in bestimmten Nischen" , erklärte Hauptautorin Lígia Fonseca Coelho vom Carl Sagan Institute. Wenn sie nicht mit grünen Pflanzen, Algen und Bakterien konkurrierten, könne ihnen eine rote Sonne "die günstigsten Bedingungen für die Photosynthese bieten" .
Zur Studie
Die Ergebnisse wurden am 16. April 2024 in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society: Letters veröffentlicht: Purple is the new green: biopigments and spectra of Earth-like purple worlds(öffnet im neuen Fenster) (Lila ist das neue Grün: Biopigmente und Spektren von erdähnlichen lila Welten).
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