Forschung: Airbag im Weltall soll Sonnenstürme abwehren
Unser Planet wird regelmäßig von koronalen Massenauswürfen (coronal mass ejection, CME) bombardiert. Neben Polarlichtern kann es dabei auch zu Funk- und Stromausfällen kommen. Bei besonders starken Sonnenstürmen kann dies den Flugverkehr auf der Erde vorübergehend lahmlegen oder zum Absturz von Satelliten führen. Deswegen hat eine Forschungsgruppe von der Universität von Michigan vorgeschlagen(öffnet im neuen Fenster), einen riesigen Airbag ins All zu schicken.
Dafür sollen sechs busgroße Satelliten in einer Umlaufbahn von etwa 36.000 km Höhe platziert werden. Wenn sich das nächste Mal ein starker Sonnensturm zur Erde bewegt, würde die Satellitenkonstellation namens Storm Wall ihre Gasbehälter am Rand des Erdmagnetfelds entleeren.
Dadurch würde eine riesige Plasmawand entstehen, die die einströmenden Teilchen abfedern und umleiten und dadurch die Intensität des Sturms halbieren würde. Laut dem Forschungsteam ähnelt dieser Schutz dem eines Airbags im Auto.
Die ersten Simulationen
Damit dieser Mechanismus funktioniert, braucht es eine große Menge eines reaktiven Gases wie Natrium, Barium, Kalzium oder Lithium in der Magnetosphäre der Erde. Die entstehende Plasmabarriere würde dem herannahenden Beschuss durch geladene Teilchen entgegenwirken und ihn um unseren Planeten herumleiten.
Bisher testeten die Forscher dies nur in Simulationen. Dafür verwendeten sie die Daten des schweren geomagnetischen Sturms vom Mai 2024 – immerhin das stärkste Ereignis seit 20 Jahren. Das Ergebnis: Durch die vorgeschlagene Methode hätte die Intensität der geomagnetischen Störung um bis zu 84 Prozent verringert werden können.
Den Angaben des Forschungsteams zufolge sind die notwendigen Technologien für Storm Wall bereits vorhanden. Die erforderliche Gesamtmasse liege im Rahmen der Möglichkeiten. Statt der üblichen Entwicklung von Vorhersagesystemen hätte man hier ein System zur Reduzierung der Auswirkungen.
Zur Studie
Die Forschungsarbeit wurde am 2. Juni 2026 in der Fachzeitschrift Space Weather veröffentlicht: Terrestrial Space Weather Protection Through Human-Produced Mass-Loading(öffnet im neuen Fenster) (Schutz der Erde vor Weltraumwetter durch menschengemachte Massenbeladung).
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