Deutsche Nutzer klammern: Auf fast jedem zweiten Privat-PC läuft noch Windows 10

Die Cybersicherheitsfirma Eset hat eine Warnung vor der hohen Anzahl veralteter Windows-Systeme in deutschen Privathaushalten herausgegeben. Laut Blogbeitrag des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) befindet sich Deutschland bei der Migration von Windows 10 auf Windows 11 "im Dornröschenschlaf" . Trotz des offiziell im Oktober 2025 eingestellten Supports soll Windows 10 noch auf 48 Prozent aller privaten Windows-PCs vertreten sein.
Den Angaben zufolge handelt es sich um rund 21 Millionen Geräte, die derzeit noch mit Windows 10 laufen. Mit dem ESU-Programm bekommen zwar auch Privatanwender vorerst weiterhin Sicherheitsupdates, nach aktuellem Kenntnisstand ist das aber nur noch bis Oktober 2026 der Fall. Es bleiben also nur noch wenige Monate für den Wechsel zu Windows 11 oder einem anderen weiterhin unterstützten Betriebssystem.
Windows 11 führt nur knapp
Windows 11 ist zwar in der Statistik von Eset führend, jedoch liegt das neuere Betriebssystem mit einem Marktanteil von 49,5 Prozent und 21,5 Millionen PCs nur knapp vor Windows 10. Positiv hebt das Cybersecurity-Unternehmen derweil hervor, dass noch ältere Systeme wie Windows 8, 7 und XP immer seltener genutzt werden und zusammen auf nur noch etwa 840.000 Systemen installiert sind.
Eset spricht bei diesen Systemen von einem Rückgang von 20 Prozent seit August 2025. Mit 565.000 entfällt ein Großteil der verbleibenden "Betriebssystem-Dinosaurier" auf Windows 7, danach folgen Windows 8.1 (175.000), Windows XP (55.000) und Windows 8 (45.000).
Upgrade empfohlen
Die Eset-Forscher warnen, dass veraltete Betriebssysteme das Risiko für erfolgreiche Cyberangriffe erhöhen und Angreifern im Laufe der Zeit immer wieder neue Einfallstore eröffnen. Mit jedem Monat steigt die Anzahl der bekannten Sicherheitslücken, die auf Systemen ohne Support dauerhaft ungepatcht bleiben. Nicht selten schließt Microsoft eine dreistellige Anzahl an Schwachstellen mit nur einem Patchday.
Eset drängt vor diesem Hintergrund darauf, unter Windows 10 zumindest vom ESU-Programm Gebrauch zu machen oder besser noch auf Windows 11 zu wechseln. "Wer den Wechsel weiter hinauszögert oder nicht in den erweiterten Support wechselt, betreibt einen Ritt auf der Rasierklinge" , erklärte Eset-Sicherheitsforscher Alexander Opel.
Worauf Eset allerdings nicht eingeht sind die Beweggründe, die Nutzer davon abhalten, auf Windows 11 zu wechseln. Viele meiden das Betriebssystem etwa, weil ihre Hardware offiziell nicht mehr unterstützt wird und Microsoft dort häufiger Updates mit unerwünschten neuen KI-Features verteilt.
Und auch um die Update-Qualität von Windows 11 steht es in letzter Zeit nicht sonderlich gut, wie der Januar-Patchday wieder eindrucksvoll gezeigt hat .