Pandemie verlagert auch Glücksspiel ins Internet

Etwa die Hälfte der Patienten in der Glücksspiel-Ambulanz ist abhängig vom Automatenspiel. Während der coronabedingten Schließung der Spielhallen hätten mehr als zwei Drittel von ihnen online weitergezockt, berichtet Glahn. 20 Prozent der Patienten hatten Spielbanken besucht, 10 Prozent waren süchtig nach Sportwetten. Der Psychotherapeut geht davon aus, dass die Zahl abhängiger Spieler mit Bezug zu Onlinecasinos und Sportwetten steigen wird.

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Bisher mussten sich exzessive Spieler, die den Absprung schaffen wollten, bei jedem einzelnen Anbieter sperren lassen. Das wird sich nun ändern. "Die übergreifende Sperrdatei ist ein Meilenstein in der Prävention", sagt Betroffenen-Vertreterin Füchtenschnieder.

Wermutstropfen seien die sehr kurze Dauer der Sperre von einem Jahr und dass die Datei nicht sofort am 1. Juli greifen werde. Wenn sich ein Spieler beim zentralen System Oasis anmeldet, ist er automatisch für Spielhallen, Spielbanken, Online-Casinos sowie Sportwetten gesperrt.

Sperrdatei erst ab Januar 2023 voll funktionstüchtig

Oasis ist zunächst noch in Hessen beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt. Bisher hatten sich die Länder die Aufgaben bei der Aufsicht aufgeteilt. Zukünftig soll eine zentrale Glücksspielbehörde in Halle in Sachsen-Anhalt darüber wachen, dass die Anbieter die Regeln einhalten und Spieler geschützt werden. Sie sucht derzeit Personal und wird erst am 1. Januar 2023 voll arbeitsfähig sein.

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Der 2017 gegründete Deutsche Online Casinoverband (DOCV), in dem in der EU lizenzierte Unternehmen organisiert sind, begrüßt den neuen Staatsvertrag, hat aber auch Kritikpunkte. So gebe es kein bundesweites Erlaubnismodell für Roulette oder Black Jack, sondern nur wieder einen Flickenteppich von Länderregelungen.

Zudem kritisiert die Branche die geplante Besteuerung der Spieleinsätze bei virtuellen Automatenspielen und Onlinepoker in Höhe von 5,3 Prozent. Spieler würden dadurch wieder in den illegalen Schwarzmarkt von Anbietern aus dem außereuropäischen Ausland flüchten, die weder Maßnahmen für den Jugend- und Spielerschutz ergriffen noch Steuern zahlten. Die Unternehmen können sich ab Juli um Lizenzen für legales Online-Glücksspiel bewerben.

Die Auswirkungen des neuen Glücksspiel-Staatsvertrages auf das Spielverhalten werden sich erst in einigen Jahren zeigen. Der Bremer Forscher Tobias Hayer bedauert, dass der Sonderweg in Schleswig-Holstein nicht wissenschaftlich begleitet wurde. Dies hätte Erkenntnisse bringen können, was jetzt in ganz Deutschland bevorstehe.

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 Glücksspiel: Legalisierung von Online-Casinos birgt Suchtgefahren
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smonkey 27. Jun 2021

Lassen wir das mit der Stigmatisierung mal so stehen, wo ich noch immer meine Zweifel...

Garius 25. Jun 2021

Mmm... Dann vielleicht nochmal anders... Beim Lotto kannst du zwar deine Gewinnchance...

Pantsu 24. Jun 2021

Schau halt die Werbung vom ÖR zum Fußball, da geht es nur um Elektroautos und dass wir...

KraftKlotz 24. Jun 2021

+1 Da bin ich ganz bei dir.



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