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Forensik-Tool: Forscher stellen Inhalte von Whatsapp und Signal wieder her

Mit Hilfe einer App sollen Strafverfolgungsbehörden Inhalte von Messenger-Apps zurückholen können. Betroffen sind auch Whatsapp, Signal, Telegram sowie der Facebook-Messenger.

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Inhalte von Whatsapp können auch nach  dem Logout wiederhergestellt werden.
Inhalte von Whatsapp können auch nach dem Logout wiederhergestellt werden. (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)

Ein Forscherteam von der Purdue-Universität hat auf der Usenix-Sicherheitskonferenz eine Software vorgestellt, die es Strafverfolgungsbehörden ermöglichen soll, Inhalte von Messenger-Apps wie Whatsapp, Telegram oder Signal wiederherzustellen, auch wenn der Nutzer sich zuvor ausgeloggt hat. Die Fähigkeiten der Software namens Retrospect demonstrieren sie in einem Video. Es gibt ein theoretisches Paper [PDF] dazu, außerdem hat The Register darüber berichtet.

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Mit der Software wird nicht der Text der Botschaften selbst extrahiert, sondern die vom Programm berechneten Bildschirminhalte, letztlich also Screenshots. Je nach Anwendung wollen die Hacker drei bis elf Bildschirmfotos extrahiert haben, im Durschnitt waren es fünf. Getestet wurde die Software an 15 verschiedenen Messenger-Apps, darunter verbreitete Apps wie Signal, Skype, Wechat, Gmail, Facebook, Whatsapp und Telegram. Zum Testen wurden das Samsung Galaxy S4, das LG G3 und das HTC One verwendet.

Der Angriff ist nur möglich, weil die Apps den App-spezifischen Speicher nicht absichern. Gegen den Angriff könnte nur ein Überschreiben der generierten Bildschirminhalte helfen - das würde aber auf einem Smartphone vergleichsweise viel Performance kosten. Mit einem ausgeschalteten Telefon dürfte der Angriff nicht funktionieren, da hier Daten im Arbeitsspeicher ausgelesen werden. Die App sucht auf dem Gerät nach den Rohdateien, die zur Erzeugung der Bildschirmanzeige verwendet werden und "reanimiert" dann die Zeichnungsfunktion. Die Ergebnisse werden dann als einfache Bilddatei ausgegeben.

Einige der Messenger verwenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Einige der angreifbaren Messenger verwenden eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die den Zugriff auf die Informationen durch Strafverfolgungsbehörden deutlich erschwert. Die vorgestellte Form der forensischen Analyse würde die Arbeit der Behörden wieder erleichtern, auch wenn das bislang nur auf Android funktioniert, wo die Hürden auf Grund der angreifbaren Full-Disk-Encryption niedriger sind als bei Apples iPhone. Beim iPhone hingegen werden Backups von App-Daten im standardmäßig aktivierten iCloud-Backup abgelegt, was auch dort einen Zugriff durch Behörden ermöglicht. Denn das Backup ist zwar verschlüsselt, Apple hat jedoch Zugriff auf die Informationen.

Die Purdue-Universität, an der die Forschung durchgeführt wurde, hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, weil die Unileitung erwogen hatte, einen Beamer zu zerstören, den der US-Journalist Barton Gellman für eine Präsentation genutzt hatte. Gellman hatte klassifizierte Snowden-Dokumente projiziert und die Uni befürchtete, dass forensische Reste der Dokumente den Status der Universität als Forschungspartner des US-Militärs gefährden könnten.



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whamster 16. Aug 2016

Doch. Solange Threema auf den Bildschirm zeichnet, funktioniert der Angriff weiterhin.

aFrI 15. Aug 2016

Besser wäre ja wohl, die (erneuten) draw-Calls nur von der jeweiligen App zuzulassen und...

aFrI 15. Aug 2016

Der Bildschriminhalt muss ja irgendwo aufgebaut (berechnet bzw Laiensprache "gezeichnet...

Graveangel 15. Aug 2016

Und beunruhigend... Aber das steht auf dem nächsten Blatt. In erster Linie ist schon die...

whamster 15. Aug 2016

Die Apps sind doch im Paper aufgelistet. Und es ist auch beschrieben, wie diese...


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