Ford-Werke: Saarlouis verliert Wettbewerb um Elektroautoproduktion

Der Autokonzern Ford will mehrere Elektroauto-Modelle künftig in Spanien bauen. Die Mitarbeiter in Saarlouis bangen nun um ihre Arbeitsplätze.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Mitarbeiter im Ford-Werk Saarlouis
Mitarbeiter im Ford-Werk Saarlouis (Bild: Vincent Kessler/Reuters)

Im Ford-internen Wettbewerb um die Produktion von Elektroautos hat sich der spanische Standort Almussafes gegen Saarlouis durchgesetzt. Das berichtet die spanische Zeitung El País unter Berufung auf die spanische Industrieministerin Reyes Maroto. Demnach soll die Fabrik in der Nähe von Valencia von 2026 an neue Elektroauto-Modelle produzieren.

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Auf einer Betriebsversammlung sollten die 4.600 Beschäftigten des Saarlouiser Ford-Werkes am Mittwoch über die Zukunft des Standortes über das Jahr 2025 hinaus und den Status des Bieterverfahrens informiert werden. Je nach Ergebnis ist laut Betriebsrat eine Fortführung der Versammlung am darauffolgenden Morgen möglich.

Nach der Entscheidung für den spanischen Standort gilt die Zukunft von etwa 6.000 Arbeitsplätzen im Saarland ab 2025 als ungewiss. Denn die Autoproduktion ist an dem Standort nur bis 2025 gesichert, wenn die Herstellung des Verbrennermodells Ford Focus ausläuft.

Rehlinger enttäuscht von Ford-Management

Ford ist einer der größten Arbeitgeber im Saarland. Im Kampf um die Arbeitsplätze flogen kürzlich Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Wirtschaftsminister Jürgen Barke (beide SPD) zu Ford nach Dearborn in die USA. In der vergangenen Woche kam ein von Europa-Chef Stuart Rowley benanntes vierköpfiges Führungsteam zu weiteren Gesprächen ins Saarland. Das Wirtschaftsministerium bestätigte, dass die Treffen stattfanden. Über die Zwischenstände hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Rowley erklärte jedoch, dass der Zuschlag für den einen nicht automatisch das Ende für den anderen Standort bedeuten müsse.

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Rehlinger kritisierte am Mittwoch das Ford-Management. "Ich bin heute der festen Überzeugung, dass es uns gelungen ist, das bessere Angebot auf den Tisch zu legen", sagte sie im Landtag in Saarbrücken. Sie habe "Zweifel, ob wir uns in diesem fairen Verfahren je befunden haben", bei dem die Wirtschaftlichkeit wirklich das entscheidende Kriterium sei. Das Saarland habe Ford zuletzt ein "ausformuliertes, erklärtes, konkretisiertes" Paket für den Erhalt des Standortes Saarlouis vorgelegt. Dieses habe sich "in einer Größenordnung, die näher an einer Milliarde als an 500 Millionen Euro liegt" bewegt.

Im Frühjahr 2022 hatte Ford bekräftigt, die Elektrifizierung seiner Modellpalette in Europa zu beschleunigen. Bis zum Jahr 2024 soll eine neue Generation von sieben vollelektrischen, voll vernetzten Personenkraftwagen und Transportern umgesetzt werden.

Im kommenden Jahr beginnt Ford mit der Produktion eines neuen vollelektrischen Pkw in seinem Werk in Köln. Von 2024 an soll die Produktion in Köln um ein zweites neues vollelektrisches Modell erweitert werden. In Köln basieren die Autos auf der Elektroplattform von Volkswagen. In Valencia will Ford nun eine eigene Plattform installieren, um auf deren Basis weitere Elektromodelle zu bauen. Es ist eine wegweisende Investition, die einen Großteil der Jobs auch nach dem Ende der Verbrennerproduktion sichern soll.

Nachtrag vom 22. Juni 2022, 16:27 Uhr

Ford widersprach der Darstellung in der Zeitung El País. Das Unternehmen bestätigte lediglich, "dass das Werk in Valencia, Spanien, als bevorzugter Standort für die Montage von Fahrzeugen ausgewählt wurde, die auf einer Ford-Elektrofahrzeugarchitektur der nächsten Generation basieren werden". Vorbehaltlich der entsprechenden Produktentscheidung könne das Werk in Valencia später im Jahrzehnt neue elektrische und vernetzte Fahrzeuge produzieren. Es gebe damit weder eine zugesagte Investitionsentscheidung noch habe Ford Aussagen über Modelle oder deren Anzahl getroffen, teilte ein Sprecher mit.

Ford hält an seinen Plänen fest, von 2026 an in Europa jährlich 600.000 Elektrofahrzeuge verkaufen zu wollen. Dieses Volumen sei schon ohne die Produktion in Valencia möglich, sagte der Sprecher.

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