Elon Musks One-Man-Show gefährdet Tesla

Bei meinen regelmäßigen Elektroauto-Tests staune ich immer, wenn ich die Verbrauchswerte mit Tesla-Modellen vergleiche. Im Umgang mit Energie sind sie Klassenbeste. Das Geheimnis liegt im Batteriemanagement und ist letztendlich eine Softwarefrage. Und genau hier punktet das Unternehmen aus Palo Alto.

Auch die weiteren Schritte von Stufe 2 bis zum autonomen Fahren werden durch Präzision und Tempo der Datenverarbeitung bestimmt. Schon heute liefern Hunderttausende Tesla-Modelle Kamerabilder und Fahrdaten von Millionen gefahrenen Kilometern an die Server. Die Anzahl der Testfahrer für das, was Tesla "volles Potenzial für autonomes Fahren" nennt und vermutlich der Stufe 3 entspricht, soll mit dem Update der Software auf Version 8.2 verdoppelt werden. Mit Version 8.3 will Elon Musk die Zahl verzehnfachen.

Adam leistet siebenmal so viel

Das liefert extrem wertvolle Erfahrungen und Daten. Es könnte den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zementieren. Da ist Super Cruise von General Motors. Es ist ein Level-2-System und wird bis 2023 in 22 Modellen verfügbar sein. Mercedes-Benz kooperiert mit Nvidia und wagt mit dem Drive Pilot den Schritt auf Stufe 3. Honda testet in Japan einen Staupiloten der Stufe 3, wie ihn Audi eigentlich bereits im A8 geplant hatte.

Im Ankündigungswettkampf für autonomes Fahren liegt derzeit Nio vorn. Die Limousine ET7, die 2022 kommen soll, habe mit Adam eine Recheneinheit, die siebenmal so leistungsfähig sei wie Teslas CPU, sagt Nio. Die Kameras hätten eine höhere Auflösung (8 statt 1,2 Megapixel) und man setze auf Lidar.

Elon Musk glaubt, Stufe 5 des autonomen Fahrens ausschließlich mit Kameras zu erreichen. Wir Menschen nutzen schließlich auch nur zwei Augen. Eine gewagte Wette. Doch geht sie auf, hat Tesla einen Preisvorteil bei der Herstellung.

Trocken statt flüssig

Gleiches gilt für die neue Batteriegeneration 4680. Musk ändert nicht nur Format, Zusammensetzung und Energiemenge. Man kann sein Ziel auf die Formel verkürzen: doppelte Reichweite bei halbierten Herstellungskosten.

Nicht nur in Sachen Lidar macht es der gebürtige Südafrikaner anders als die gesamte Autoindustrie. In seiner Batterie-Versuchsanlage in Fremont testet er einen trockenen Herstellungsprozess. Andere Zellhersteller mischen die pulverförmigen Elektrodenmaterialien zusammen mit Lösungsmitteln zu einer flüssigen Masse. Sie wird hauchdünn auf eine Trägerfolie aufgetragen und passiert eine große Trocknungs- und Walzanlage. Tesla will die aktiven Materialien in Pulverform ohne Lösungsmittel auf die Folie pressen. Das verringert Maschinen- und Energieaufwand.

Sollte den Ingenieuren eine Massenfertigung gelingen, hätte Tesla einen fast uneinholbaren Vorsprung bei der Batterie. Nur eine Gefahr bleibt: die One-Man-Show. Sollte Elon Musk tatsächlich morgen tot umfallen, wäre die Verunsicherung groß. Eine sichtbare Verteilung der Verantwortlichkeiten auf mehrere Schultern wäre ebenfalls Teil der Zukunftssicherung.

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 Ford, VW und Co. legen nach: Tesla ist noch lange nicht tot
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-eichi- 16. Mär 2021

Die Ausschüttung verringert aber auch den Gewinn, also bleibts wider beim alten

Trollversteher 16. Mär 2021

Naja, also ich sprach da eher über die Hardware (Die Bildschirm-größe -Auflösung und...

dsafsdf 16. Mär 2021

Die Klage der Ureinwohner des Amazonas mit ihre Marktmacht wegwischen hätte das Ende...

dsafsdf 16. Mär 2021

Ohne Scheiß? Die wollen wegen ihrer bescheurten Umweltverschmutzer Braininterfaces...



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