• IT-Karriere:
  • Services:

Foodprinting: Die Mahlzeit aus dem Drucker

Wer möchte eine Pizza aus Lebensmittelpaste und -pulver? Sogenannte Foodprinter, also Lebensmitteldrucker, könnten es bald möglich machen.

Artikel veröffentlicht am , Meike Lorenzen/Wirtschaftswoche Online
Ein CNC-gesteuerter Thermodrucker schreibt Hello World auf einen Toast.
Ein CNC-gesteuerter Thermodrucker schreibt Hello World auf einen Toast. (Bild: Flickr/Windell Oskay/CC BY 2.0)

Captain Picard kann auch im Weltall jederzeit einen frisch gebratenen Wels zum Abendessen verzehren. Auf seinem Raumschiff Enterprise in der Science-Fiction-Saga Star Trek sorgt dafür der sogenannte Replikator.

Inhalt:
  1. Foodprinting: Die Mahlzeit aus dem Drucker
  2. Interessenten gibt es bereits
  3. Genießbare Mahlzeiten aus Proteinpulver

Fiktive Spinnereien wie diese waren in der Vergangenheit schon oft Inspiration für die Wissenschaft - ganz gleich, ob es um die Fernbedienung, das Smartphone oder Hologramme geht. Mittlerweile arbeiten Forschungsteams aus aller Welt intensiv daran, Essen künstlich zu schaffen. Dabei setzen sich derzeit vor allem 3D-Druck-Verfahren durch, wie sie aus dem Maschinenbau bekannt sind.

Führend in Europa ist das Team um Kjeld van Bommel an der TNO, einer niederländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung mit Sitz in Delft. Van Bommel ist davon überzeugt, dass der 3D-Drucker die Welt der Lebensmittel revolutionieren wird. Die Möglichkeiten für solches Fun-Food seien unendlich, glaubt der Wissenschaftler. "Ich würde gerne Gerichte erfinden, die es noch gar nicht gibt. Nahrungsmittel, die uns die neue Technologie überhaupt erst ermöglicht", sagt van Bommel auf einem TED Talk.

Hype um die Druckernahrung

"Derzeit entsteht durch viele Pressemitteilungen einzelner Firmen ein regelrechter Hype um das Thema. Dabei stehen wir noch ganz am Anfang", glaubt Philipp Urban. Es werde noch Jahre dauern, ehe eine komplette Mahlzeit aus dem 3D-Drucker komme. Neben dem Tempo scheitern die Geräte seiner Meinung nach vor allem noch an der Präzision. "Derzeit wird vor allem an der Genauigkeit der Extruder-Verfahren im 3D-Lebensmitteldruck gearbeitet. Die 3D-Drucker arbeiten noch lange nicht so präzise, wie wir es von den Geräten aus der Industrie gewohnt sind", sagt Urban.

Stellenmarkt
  1. Wilhelm Reuss GmbH & Co. KG, Berlin
  2. Honda Research Institute Europe GmbH, Offenbach am Main

Kjeld van Bommel ist da um einiges optimistischer. Die Niederländer wollen bereits 2015 Pflegeheime mit voll funktionsfähigen Foodprintern ausstatten. Den Plänen zufolge sollen die Drucker pro Minute ein Gericht erzeugen, das "vor allem für Patienten mit Kau- und Schluckproblemen interessant ist". Bis Ende dieses Jahres wird das Projekt von der EU mitfinanziert.

Das Drucken von Essen funktioniert im Wesentlichen wie das 3D-Printing in der Industrie. Am PC wird die gewünschte Form designt und dann ein Programm mit den Informationen an den Drucker geschickt. Dieser schafft dann Schicht für Schicht aus ganz unterschiedlichen Materialien das Produkt. Die Experten nennen das Vorgehen additiv. "Und dabei wird nicht immer nur gedruckt", erklärt van Bommel. Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze, die Lebensmittel auf den Teller zaubern.

Die am weitesten verbreitete ist die Extruder-Methode. "Das Extruder-Verfahren funktioniert wie die Teigdüse von Oma", erklärt Philipp Urban, Leiter der Abteilung 3D-Druck-Technologie am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung. Dabei wird das gewünschte Material durch eine Vorrichtung gepresst und so Schicht für Schicht aufgetragen. So entsteht langsam eine dreidimensionale Figur. Anfangs wurde diese Methode zum Beispiel zum Drucken von Fotos auf Torten oder anderen Lebensmitteln angewendet. Mittlerweile drucken die Maschinen in die Höhe.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Interessenten gibt es bereits 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. 599€ (mit Rabattcode "PRIMA10" - Bestpreis!)
  2. 350,10€ (mit Rabattcode "PERFECTEBAY10" - Bestpreis!)
  3. 749€ (mit Rabattcode "PERFECTEBAY10" - Bestpreis!)
  4. 599€

cry88 14. Mär 2014

Inwiefern ist es gesünder ein Steak erst vorher in den Mixer zu packen und dann...

Anonymer Nutzer 13. Mär 2014

Die technischen Mittel und Methoden wären ja da. Aber es sieht ganz danach aus, als ob...

captaincoke 13. Mär 2014

Das. Zu glauben die Dinger könnten auf absehbare das Welthungerproblem lösen, ist...

furanku1 13. Mär 2014

Nein, eben gerade nicht. Es sind doch gerade die aktuellen technischen Hypes, die in der...

foobar2342 13. Mär 2014

Kennt noch wer http://de.wikipedia.org/wiki/Brust_oder_Keule mit Louis de Funès . Tja...


Folgen Sie uns
       


Drive Pilot der S-Klasse ausprobiert

Die neue S-Klasse von Mercedes-Benz soll erstmals dem Fahrer die Verantwortung im Stau abnehmen.

Drive Pilot der S-Klasse ausprobiert Video aufrufen
Vivo X51 im Test: Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera
Vivo X51 im Test
Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera

Das Vivo X51 hat eine gute Kamera mit starker Bildstabilisierung und eine vorbildlich zurückhaltende Android-Oberfläche. Der Startpreis in Deutschland könnte aber eine Herausforderung für den Hersteller sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Software-Entwicklung Google veröffentlicht Android Studio 4.1
  2. Jetpack Compose Android bekommt neues UI-Framework
  3. Google Android bekommt lokale Sharing-Funktion

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist

5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

    •  /