Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Fahrradkurier von Foodora
Ein Fahrradkurier von Foodora (Bild: Foodora)

Foodora: Die pinkfarbene Verführung

Ein Fahrradkurier von Foodora
Ein Fahrradkurier von Foodora (Bild: Foodora)

Für Kunden sind Lieferdienste wie Foodora bequem, von Restaurants aber verlangen sie saftige Provisionen. Wie funktioniert das Geschäftsmodell mit dem Essen auf Rädern?
Ein Bericht von Zacharias Zacharakis

Es dauert nicht lange, bis die Empörung aus ihm herausbricht. Marcel Ribak führt ein kleines Delikatessen-Restaurant in Berlin, wenige Tische, modernes Design, Essen im mittleren Preissegment. Schon kurz nach der Eröffnung vor einigen Monaten wurde er angesprochen von dem Lieferdienst Foodora, ob er seine Speisen auch direkt zum Kunden bringen lassen möchte - per Fahrradkurier. Ribak war skeptisch, aber wollte es ausprobieren. Nach einigen Monaten der Zusammenarbeit sagt er: "Ich bin sehr unzufrieden. Ich werde kündigen."

Anzeige

In vielen deutschen Großstädten sind sie seit einigen Monaten unterwegs: junge Menschen auf Fahrrädern mit pinkfarbenen Kisten auf dem Rücken. Sie arbeiten für das Berliner Startup Foodora, das sich als Dienstleister für die Gastronomiebranche versteht. Kunden können über die Plattform bei Restaurants bestellen, die bisher keinen Lieferservice angeboten haben. Foodora übernimmt die Zahlungsabwicklung und stellt das Essen innerhalb von 30 Minuten zu. Seit seiner Gründung vor etwa eineinhalb Jahren in München hat das Unternehmen ein rasantes Wachstum hingelegt: Es kooperiert allein in Deutschland mit mehr als 2.000 Restaurants und international mit etwa 7.500 Lokalen in zehn Ländern. Ein fast identisches Konzept verfolgt auch der britische Konkurrent Deliveroo, der in Deutschland mindestens ebenso präsent ist. Doch wie funktioniert das Geschäftsmodell der Dienste?

"Foodora hat 30 Prozent Provision von mir verlangt", sagt Ribak. "Die haben da nicht mit sich verhandeln lassen." Von jedem Essen, das über die Plattform des Unternehmens bestellt, von einem Fahrer abgeholt und an einen Kunden ausgeliefert wurde, wird dem Gastronom dieser Satz schon bei der Online-Zahlung abgezogen. "Was bleibt da für mich übrig?", sagt Ribak, der seinen echten Namen und den seines Restaurants nicht veröffentlicht sehen möchte.

"Wertschöpfungskette respektlos angegriffen"

Obendrein habe es immer wieder Probleme gegeben: "Wenn eine Bestellung für 90 Euro eine Stunde lang im Restaurant stehen bleibt, weil kein Fahrer kommt, fällt das bei meinen Kunden negativ auf mich als Gastronomen zurück, nicht so sehr auf Foodora." Die Kunden müssten dann zwar nicht zahlen und ihnen werde ein Gutschein ausgestellt, die Rückabwicklung mit seinem Restaurant funktioniere aber nicht reibungslos.

Auch der Lobbyverband der Gastronomie ist nicht besonders gut auf Lieferdienste dieser Art zu sprechen. Jahrespressekonferenz des Dehoga, des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Berlin: Auf den Tischen liegen Bilanzen über "steigende Umsätze", aber eine "durchwachsene Ertragslage", daneben Sahnetörtchen garniert mit Himbeeren. Vorne am Podium sitzt die Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges, eine elegante Dame mit Blazer und Halstuch. Nach dem offiziellen Teil findet sie klare Worte: "Wir müssen genau hinschauen, wo die etablierte Wertschöpfungskette ziemlich respektlos angegriffen und zulasten unserer Branche Geschäft gemacht wird", sagt Hartges. "Für eine nachhaltige Zusammenarbeit ist es wichtig, dass beide Seiten profitieren."

Der Verband will unbedingt vermeiden, dass es zu einer ähnlichen Situation kommt wie in der Hotelbranche. Dort bestehe seit einigen Jahren eine starke Abhängigkeit von Buchungsportalen wie Booking oder HRS, sagt Ingrid Hartges. "Unsere Hoteliers sind alles andere als glücklich über die Provisionssätze, die von diesen Anbietern verlangt werden." Der besseren Erreichbarkeit neuer Zielgruppen und einer leichteren Buchbarkeit stünden damit erhebliche Kosten entgegen.

"Wir haben zuletzt gemeinsam mit dem Hotelverband geklagt und durchgesetzt, dass der Hotelier auf seiner eigenen Website oder zum Beispiel abends um 22 Uhr an der Rezeption das Zimmer günstiger verkaufen kann, als es bei den Portalen gelistet ist", sagt Hartges. Zuvor hatten die Online-Anbieter für sich eine Garantie über den besten Preis verlangt. Man müsse nun auch bei den Essenslieferdiensten aufpassen, dass es nicht zu einer Konzentration im Markt komme und monopolistische Strukturen entstünden, in denen dann die Konditionen für die Restaurants entsprechend hoch festgesetzt würden.

Mit günstigen Konditionen am Anfang locken 

eye home zur Startseite
plutoniumsulfat 10. Jun 2016

Warum einen Artikel schreiben, der schon existiert? Was ist, wenn ich keine Zeit, aber...

plutoniumsulfat 10. Jun 2016

Macht dann aber vielleicht auch der Laden, um die 20% wieder reinzuholen.

|=H 10. Jun 2016

Sieht man an der Kanzlerin.

HMWLBkraut 10. Jun 2016

Das ist so vielleicht ein wenig überzogen formuliert, aber ich denke das trifft es. Der...

Horsty 10. Jun 2016

Der Artikel hat, bei dir vergeblich, versucht diesen Sachverhalt am bsp Hotel zu...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Sindelfingen
  2. Empolis Information Management GmbH, Kaiserslautern
  3. über Hays AG, Raum Hannover/Hildesheim
  4. Stadtwerke Karlsruhe GmbH, Karlsruhe


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-8%) 45,99€
  2. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  3. 19,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Firefox

    Mozilla verärgert Nutzer mit ungefragter Addon-Installation

  2. Knights Mill

    Intel hat drei Xeon Phi für Deep Learning

  3. Windows 10

    Kritische Lücke in vorinstalliertem Passwortmanager

  4. Kaufberatung

    Die richtige CPU und Grafikkarte

  5. Bandai Namco

    Black Clover und andere Anime-Neuheiten

  6. Panono

    Crowdfunder können Kamera zu Produktionskosten kaufen

  7. Elon Musk

    The Boring Company baut einen Tunnel in Maryland

  8. Chinesischer Anbieter

    NIO will Elektro-SUV mit Wechsel-Akku anbieten

  9. Chipkarten-Hersteller

    Thales übernimmt Gemalto

  10. Porsche

    Betriebsratschef will E-Mails in der Freizeit löschen lassen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Star Wars - Die letzten Jedi: Viel Luke und zu viel Unfug
Star Wars - Die letzten Jedi
Viel Luke und zu viel Unfug
  1. Star Wars Jedi Challenges im Test Lichtschwertwirbeln im Wohnzimmer
  2. Star Wars Neue Trilogie ohne Skywalker und Darth Vader angekündigt
  3. Electronic Arts Entwicklungsneustart für Star Wars Ragtag

360-Grad-Kameras im Vergleich: Alles so schön rund hier
360-Grad-Kameras im Vergleich
Alles so schön rund hier
  1. USB-C DxO zeigt Ansteckkamera für Android-Smartphones
  2. G1 X Mark III Erste Kompaktkamera mit APS-C-Sensor von Canon
  3. Ozo Nokia hat keine Lust mehr auf VR-Hardware

E-Ticket Deutschland bei der BVG: Bewegungspunkt am Straßenstrich
E-Ticket Deutschland bei der BVG
Bewegungspunkt am Straßenstrich
  1. Handy-Ticket in Berlin BVG will Check-in/Be-out-System in Bussen testen
  2. VBB Schwarzfahrer trotz Handy-Ticket

  1. Re: Synology oder QNAP

    s01q | 14:01

  2. Re: Es sind nur noch 3 Jahre

    xyks | 14:01

  3. was haltet ihr von mr. robot

    triplekiller | 14:00

  4. Re: Die Chinesen und der Technologiewandel

    deefens | 13:59

  5. Re: Crapware als Finanzierungsmodell

    DetlevCM | 13:59


  1. 13:35

  2. 12:49

  3. 12:32

  4. 12:00

  5. 11:57

  6. 11:26

  7. 11:00

  8. 10:45


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel