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Fonepad im Test: Das Tablet am Ohr

Mit dem 7-Zoll-Tablet namens Fonepad von Asus lässt sich tatsächlich wie mit einem Smartphone telefonieren. Das äußerst preisgünstige Gerät ist gut mit Hardware ausgestattet. Gespart hat Asus aber mindestens an einer falschen Stelle.
/ Jörg Thoma
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Das Fonepad mit 7-Zoll-Display kann auch als Smartphone genutzt werden. (Bild: Asus)
Das Fonepad mit 7-Zoll-Display kann auch als Smartphone genutzt werden. Bild: Asus

Das Fonepad von Asus(öffnet im neuen Fenster) trägt seinen Namen zu Recht: Das 7-Zoll-Tablet kann tatsächlich zum Telefonieren ans Ohr gehalten werden. Im Inneren läuft ein SoC von Intel. Der sorgt einerseits für eine lange Akkulaufzeit, anderseits für extrem lange Ladezeiten bei großen Apps. Das Fonepad ist mit 230 Euro äußerst günstig. An welchen Stellen Asus gespart hat, zeigt unser Test.

Asus Fonepad - Test
Asus Fonepad - Test (02:13)

Seit uns Asus vor zwei Wochen das Testmuster des Fonepads zur Verfügung gestellt hat, haben wir drei Updates installiert. Asus ist für seine zeitnahen und regelmäßigen Aktualisierungen bekannt. Für Anwender ist das gut, für den Tester hingegen enervierend. Denn mit jedem Update wurde die Leistung des Tablets etwas besser und bisherige Benchmarks wurden teilweise hinfällig. Anfangs stellten wir noch deutliche Ruckler im Browser fest , die sind inzwischen weg. Selbst Videos und rechenintensive Spiele laufen weitgehend ruckelfrei.

Die Optimierungen sorgen dafür, dass Android 4.1.2 alias Jelly Bean immer besser auf einem SoC von Intel läuft. Der als Atom Z2420 bezeichnete Prozessor hat nur einen Kern, zeigt sich dem Betriebssystem aber mit Hyperthreading wie ein Dual-Core-Prozessor. Die CPU kann mit bis zu 2 GHz getaktet werden, Asus hat die Taktrate aber auf 1,2 GHz begrenzt. Dank der Optimierungen von Asus ist von der niedrigen Taktrate im Normalbetrieb kaum etwas zu spüren.

Bei den Ladezeiten hingegen zeigen sich die Schwächen des Atom-Chips: Während Angry Birds auf beiden Geräten in etwa gleich schnell startet, dauerte es bei dem umfangreicheren Nova 3 auf dem Fonepad merklich länger, bis wir spielen können. Allerdings gibt das schwächere Ergebnis des Fonepad im Geekbench-Benchmark mit 570 Punkten im Vergleich zum Nexus 7 mit der fast doppelten Punktzahl von 1.280 Punkten nicht die tatsächliche Leistung der Intel-CPU wieder, sondern nur die Nutzung der zwei beziehungsweise der vier Kerne. Bei unseren Benchmark-Tests erhitzte sich das Fonepad gar nicht.

Lange, lange Laufzeit

Bei den Akkulaufzeiten hingegen glänzt das Fonepad. Der nicht ohne weiteres austauschbare Lithium-Polymer-Akku mit einer Nennladung von 4.270 mAh und einer Leistung von 16 Wattstunden war bei der Videowiedergabe erst nach neun Stunden leer. Im Normalbetrieb mit steter Internetverbindung über WLAN beziehungsweise über UMTS reichte die Akkuladung für zwei Tage. Dabei riefen wir E-Mails ab, erhielten Nachrichten über Twitter und Facebook, öffneten im Webbrowser Internetseiten und spielten das ein oder andere Spiel.

Das Display ist ab Werk abgedunkelt, was die Laufzeit verlängern soll. Im Vergleich zum genauso großen IPS-Bildschirm des Nexus 7 mit der gleichen Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln und einer Pixeldichte von 216 dpi wirkt das Display zunächst sehr viel dunkler. In den Einstellungen entdeckten wir die Option "Outdoor Modus". Einmal aktiviert, ist das Display auch bei Sonnenlicht im Freien gut lesbar und sogar heller als das des Nexus 7. Allerdings verringert sich die Akkulaufzeit dann um etwa ein Drittel bei der Videowiedergabe mit einem 1080p-Film. Der erkennbare Blaustich des Fonepad-Displays bleibt auch bei maximaler Helligkeit bestehen. Die Farben auf dem Nexus 7 wirken sehr viel natürlicher. Die Blickwinkelabhängigkeit des Fonepads ist in Ordnung, seitlich betrachtet dunkelt das Display nur etwas ab. Der Bildschirm wird von dem Grafikchip PowerVR SGX 540 angetrieben. Der Helligkeitssensor funktioniert ebenso gut wie der Lagesensor.

Fingerfettmagnet

Allerdings hat Asus auf eine fettabweisende Schicht auf der Displayabdeckung verzichtet. Es wird schnell schmierig und lässt sich nur mit geeigneten Reinigungsflüssigkeiten wieder saubermachen.

Die von uns durchgeführten Grafikbenchmarks zeigen, dass die Grafikleistung des Fonepads etwas unter der des Nexus 7 liegt. Im 3DMark-Benchmark liegt das Nexus 7 mit durchschnittlich 3.500 Punkten weit vor dem Fonepad, die durchschnittliche Framerate ermittelt der Benchmark im Ice-Storm-Test mit 10 fps auf dem Fonepad während sie auf dem Nexus 7 durchschnittlich bei 16 fps liegt. Dass sich das Fonepad dennoch weitgehend flüssig bedienen lässt, muss also an den Anpassungen an Android liegen. Der neue T-Rex-Benchmark in GFX Bench - vormals GLBenchmark - lief übrigens gar nicht und stürzte ab. Manche Anwendungen dürften für die x86-Version von Android noch nicht vollständig angepasst sein.

Geklontes Gehäuse

Das Gehäuse des Fonepads und des Nexus 7 sind mit 198,5 x 120 x 12 Millimetern nahezu gleichgroß. Selbst der etwas ausladende Rand des Displays hat die gleiche Größe. Die Schaltflächen für das Einschalten der Tablets und die Lautstärkewippen sind fast auf der Unterseite der abgerundeten Ecken außerhalb des Blickfelds verbaut und deshalb etwas schwer zu ertasten. Die Rückseite des Fonepads ist aus Kunststoff im Metallic-Look. An der oberen Seite ist eine abnehmbare Abdeckung, unter der sich die Steckplätze für eine Micro-SD-Karte und eine Micro-SIM-Karte verbergen. Im Fonepad stecken 16 GByte Speicher, der Arbeitsspeicher beträgt 1 GByte. Die zusätzlich nutzbare Micro-SD-Karte darf bis zu 64 GByte Speicherplatz haben.

Das Fonepad unterstützt Quad-Band-GSM in den Frequenzen 850, 900, 1.800 und 1.900 GHz und UMTS auf den Frequenzen 850, 900, 1.900 und 2.100 MHz mit HSDPA mit maximal 21 MBit/s und HSUPA mit bis zu 5,76 MBit/s. Das WLAN-Modul verbindet das Fonepad nach 802.11b/g/n. Außerdem kennt das Gerät Bluetooth in Version 3.0.

Tablet zum Telefonieren

Für die Telefonfunktion hat Asus auf der Vorderseite einen Lautsprecher verbaut, ein kleines Mikrofon ist auf der Rückseite. Damit kann mit dem Fonepad so telefoniert werden wie mit einem herkömmlichen Smartphone. Zwar spielt die Größe des Tablets beim Telefonieren für den Nutzer kaum eine Rolle; es lässt sich bequem in einer Hand halten, auch dank des recht geringen Gewichts von etwa 320 Gramm. Ein wenig seltsam sieht das Telefonieren mit einem 7-Zoll-Tablet aber aus. Die Sprachqualität war in unserem Test in Ordnung. Ein Headset lässt sich ebenfalls nutzen, muss aber hinzugekauft werden.

Wie dem Nexus 7 fehlt dem Fonepad eine Hauptkamera. Vorne ist lediglich eine Linse für die 1,2-Megapixel-Kamera, die sich in erster Linie für die Videotelefonie eignet.

Fast ein Ur-Android

Wie üblich hält sich Asus bei eigenen Anpassungen an Android auf dem Fonepad zurück. Homescreen und Menüs gleichen optisch denen im Ur-Android. Einige Menüpunkte in den Einstellungen sind hinzugekommen, darunter der bereits erwähnte "Outdoor Modus", der die Displayhelligkeit merklich erhöht. Der lässt sich auch in den von Asus angepassten Systemeinstellungen ein- und ausschalten. Dort sind auch Schnellzugriffe für weitere Einstellungen untergebracht, etwa für WLAN, GPS oder das UMTS-Modul.

Verfügbarkeit und Fazit

Inzwischen ist das Fonepad bei diversen Onlinehändlern erhältlich. Asus nennt einen Listenpreis von 230 Euro.  

Fazit

Erstaunlich ist, wie sich die Optimierungen für Android auf der vergleichsweise schwachen Atom-CPU von Intel auswirken. Bemerkten wir anfangs noch deutliche Ruckler und sogar Aussetzer, sind nach den zahlreichen Updates kaum mehr welche spürbar. Selbst umfangreichere Spiele wie Angry Birds starten auf dem Fonepad mit der Intel-CPU genauso schnell wie auf dem Nexus 7 mit seinem Tegra-3-Chip mit vier Kernen. Lediglich richtig große Spiele wie der Ego-Shooter Nova 3 brauchten zum Laden deutlich länger, spielten sich aber dann genauso flüssig wie auf dem Nexus 7.

Am Display ist die schnelle Verschmutzung zu bemängeln. Wer gerne mit Tablets fotografiert, wird sicherlich eine kräftigere Kamera vermissen. Wir würden lieber etwas mehr zahlen und dafür ein besser geschütztes Display und eine bessere Kamera bekommen.

Insgesamt macht das Fonepad aber einen guten Eindruck. Für das Telefonieren in der Öffentlichkeit würden wir zwar eher ein Headset benutzen, mit UMTS-Modul und vor allem der langen Laufzeit ist es aber ein tolles Gerät für unterwegs. Während das Nexus 7 mit UMTS-Modul für 300 Euro verkauft wird, wird das Fonepad für etwa 230 Euro angeboten - ein Schnäppchen.


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