Förderung: Spielebranche will 50 Millionen Euro vom Steuerzahler

Die deutsche Spielebranche hat ihre Vorstellungen einer sinnvollen Förderung vorgestellt: Demnach soll der Staat im Jahr 50 Millionen Euro investieren - später sogar noch wesentlich mehr.

Artikel veröffentlicht am ,
Auf der Quo Vadis 2018 hat der Game seine Vorstellungen für Spieleförderung durch den Bund präsentiert.
Auf der Quo Vadis 2018 hat der Game seine Vorstellungen für Spieleförderung durch den Bund präsentiert. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Auf der Entwicklertagung Quo Vadis 2018 in Berlin hat der Branchenverband Game sein Konzept einer Förderung für kleine, mittlere und große Spieleproduktionen in Deutschland vorgestellt. Damit reagiert der Verband auf die im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD angekündigte Einführung einer Spieleförderung auf Bundesebene - bislang gibt es nur Gelder durch die Länder. Zentral in dem Plan ist ein "Deutscher Games-Fonds", der zunächst mit 50 Millionen Euro ausgestattet werden soll.

Entwickler könnten daraus Gelder nach einem festen Mechanismus abrufen, ohne dass dazu ein Gremium entscheiden muss. Für Prototypen sind Summen ab 15.000 Euro vorgesehen, für Großproduktionen solle die Fördersumme zwischen 25 und 50 Prozent des Gesamtbudgets betragen. Wenn die Branche dann erst mal floriere, könnte die jährlich benötigte Summe sogar weiter wachsen: Der Verband rechnet für die kommenden fünf Jahre durch den Ausbau und die Ansiedlung von Entwicklungsstudios mit einer jährlichen Steigerung um fünf bis zehn Millionen Euro, sodass am Ende dieser Periode bis zu 100 Millionen Euro fällig werden könnten.

Der Verband ist allerdings überzeugt, dass sich die Förderung für den Staat durch sogenannte Hebeleffekte unterm Strich trotzdem lohnt. So würden durch die Spieleförderung in Frankreich für jeden Förder-Euro zusätzliche 1,80 Euro an Steuern sowie weitere 8 Euro an Investitionen generiert. Für das Modell des Deutschen Games-Fonds in Höhe von 50 Millionen Euro würde das laut Game ein erhöhtes Steueraufkommen von 90 Millionen Euro sowie zusätzliche Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro bedeuten.

  • So stellt sich der Game den Geldfluss rund um den Deutschen Games-Fonds vor. (Grafik: Game)
So stellt sich der Game den Geldfluss rund um den Deutschen Games-Fonds vor. (Grafik: Game)

Game-Geschäftsführer Felix Falk will nun mit den "politisch Verantwortlichen schnellstmöglich über die konkrete Einführung ins Gespräch kommen". Falk ist überzeugt: "Unser Modell ist einfach, transparent und planbar und der Mechanismus mit europäischen Standards kompatibel." Damit erhalte Deutschland die Chance, als Standort für Spielentwickler international wettbewerbsfähig zu werden. Ob die Politik das genauso sieht, werden erst die kommenden Monate zeigen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Starship Troopers
Paul Verhoevens missverstandene Satire

Als Starship Troopers in die Kinos kam, wurde ihm faschistoides Gedankengut unterstellt. Dabei ist der Film des Niederländers Paul Verhoeven eine beißende Satire.
Von Peter Osteried

25 Jahre Starship Troopers: Paul Verhoevens missverstandene Satire
Artikel
  1. Azure DevOps: Die Entwicklerplattform, die es richtig macht
    Azure DevOps
    Die Entwicklerplattform, die es richtig macht

    Azure DevOps ist eine mächtige und ständig wachsende Plattform. Ich bin Fan - und zwar aus guten Gründen.
    Ein IMHO von Rene Koch

  2. Lügenvorwürfe: Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe
    Lügenvorwürfe
    Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe

    Wie in Köln arbeiten Telekom-Werber offenbar auch in Karlsruhe mit fragwürdigen Methoden. Verbraucherschützer fordern ein Verbot solcher Besuche ohne Einwilligung.

  3. Energiekrise: Brauchen wir Atomkraftwerke noch?
    Energiekrise
    Brauchen wir Atomkraftwerke noch?

    Wegen des Kriegs in der Ukraine laufen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke bis Mitte April. Ein Weiterbetrieb wird gefordert. Wie realistisch oder sinnvoll ist das?
    Eine Analyse von Werner Pluta

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Kingston NV2 2TB 104,90€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • XIAOMI Watch S1 149€ • Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 Radeon RX 6800/XT 227,89€ • MindStar: be quiet! Dark Power 13 1000W 259€ • The Legend of Zelda: Link's Awakening 39,99€ [Werbung]
    •  /