Förderung: Millionen-Minus ist "riesige Enttäuschung" für Spielebranche

Kleinen und mittleren Entwicklerstudios droht das Aus: Die Bundesregierung will die Spieleförderung um viele Millionen Euro kürzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Besucher der Gamescom 2017
Besucher der Gamescom 2017 (Bild: Lukas Schulze/Getty Images)

Überraschend will die Bundesregierung die Förderung für die deutsche Spielebranche um mehrere Millionen Euro kürzen. Anstatt der für 2024 zugesagten 70 Millionen Euro will das von Robert Habeck (Grüne) geführte Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) lediglich 48,7 Millionen Euro bereitstellen.

Besonders bitter: Bis zuletzt hatte die Branche eine Erhöhung auf 125 Millionen Euro erwartet. Die wäre nötig, weil die Fördermittel für 2023 und 2024 bereits erschöpft sind.

Deshalb könnte insbesondere kleinen und mittleren Entwicklerstudios zwischendurch das Geld ausgehen – die wenigsten dürften eine realistische Aussicht auf andere Finanzierungsquellen haben.

Felix Falk, der Geschäftsführer des Branchenverbands Game, nennt den Haushaltsentwurf eine "riesige Enttäuschung". Nach seinen Angaben hat der "Einstieg in die Games-Förderung vor drei Jahren eine regelrechte Gründungswelle und zahlreiche positive Effekte ausgelöst".

Allein 2021 und 2022 sei die Anzahl der Games-Unternehmen um 26 Prozent gewachsen. Mit dem Haushaltsentwurf droht die Bundesregierung diesen Aufschwung "sofort wieder abzuwürgen", kommentierte Falk.

Nach aktuellem Stand soll der Entwurf vom Bundeskabinett beschlossen werden, um dann in das weitere parlamentarische Verfahren zu gehen. Es gibt durchaus Hoffnung, dass es doch mehr Geld für die Branche gibt.

Hoffen auf die Bereinigungssitzung

Bereits 2022 gab es vergleichbare Diskussionen über die Förderung – auch damals waren Projekte vom Game Over bedroht. Erst nach mehreren Monaten, im November 2022, wurden im Rahmen einer sogenannten Bereinigungssitzung die bereitgestellten Mittel nicht nur bestätigt, sondern sogar erhöht.

Ob das auch in diesem Jahr wieder so sein wird, ist nicht abzusehen. Felix Falk erkennt durchaus an, "dass der Bundeshaushalt aktuell unter enormem Druck steht." Er weist darauf hin, dass erfolgreiche Spielestandorte zeigten, "dass die Games-Förderung über Steuern und Sozialabgaben sowie private Investitionen ein Vielfaches an Einnahmen für den Staat generiert."

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ThadMiller 06. Jul 2023

Mehrere Monate? Was aber wenn nie, grüne Zahlen folgen? WI lange "fördern"?

ThadMiller 06. Jul 2023

Die Gaming Branche ist doch auch schon ein halbes Jahrhundert alt.

loktron 05. Jul 2023

Um big companies in den hintern zu pusten, nur damit die danach ohne ende Stellen...



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