Förderung: Bürgermeister raten, FTTH nach Bestellung nicht abzunehmen

Erst hatte die Regierung über 15 Jahre lang keine ambitionierten Ziele für FTTH, nun soll eine breite Förderung das Problem schnell lösen. Doch das führt zu volkswirtschaftlichem Unsinn.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Stadtwerke bauen tatsächlich Glasfaser bis ins Haus.
Die Stadtwerke bauen tatsächlich Glasfaser bis ins Haus. (Bild: Stadtwerke Flensburg)

Der mit Milliarden an Steuergeldern geförderte Glasfaserausbau bringt nicht automatisch die gewünschte bessere Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit FTTH (Fiber To The Home). So sagten Bürgermeister den Anwohnern nicht selten: "Lass es dir legen, du musst es dann ja nicht abnehmen", hat Golem.de aus informierten Kreisen bei kommunalen Netzbetreibern erfahren.

Stellenmarkt
  1. Specialist IT Strategy and IT Compliance (m/w/d)
    Allianz Kunde und Markt GmbH, Unterföhring (bei München)
  2. Mitarbeit (m/w/d) IT-Angelegenheiten für das Amt für Gebäudemanagement
    Landeshauptstadt Düsseldorf, Düsseldorf
Detailsuche

Daher solle sich die Förderung besser an der tatsächlichen Nachfrage orientieren. Zudem könne auch mit massiver Förderung der gewaltige Rückstand beim Glasfaserausbau in Deutschland nicht kurzfristig aufgeholt werden, weil die Kapazitäten beim Kabelleitungstiefbau fehlten. "In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren wurde es von der Regierung versäumt, ambitionierte Ziele zu setzen. So wurde vielfach nur Vectoring ausgebaut", sagte der Experte, der ungenannt bleiben möchte. Der Vectoringausbau der Telekom wäre demnach nicht nötig gewesen, wenn man nicht bereits seit vielen Jahren in der letzten Meile auf veraltetes Kupfer gesetzt hätte.

In anderen Staaten ist der Glasfaserausbau bereits viel weiter als Deutschland, weil dort kommunale Betriebe das Netz errichten und im Open Access verschiedenen Anbietern gegen Entgelt die Nutzung erlauben. Dies ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI), die bereits im Mai 2017 vorgelegt wurde. Weil "keine kurzfristigen Profite erwirtschaftet werden müssen", entstehe Wettbewerb auf der Diensteebene, während auf der Infrastrukturebene langfristig geplant werden könne. In Estland hatten danach im Mai 2016 bereits 73 Prozent, in Schweden 56 Prozent der Haushalte direkt verfügbare Glasfaserverbindungen. In Estland und Schweden kümmern sich kommunale Versorger um den Glasfaseranschluss der Bürger.

Viele Förderbescheide bedeuteten auch nicht, dass der Ausbau tatsächlich beginne, sagte der Experte. So seien erst 164 Förderbescheide endgültig bewilligt, alle anderen seien nur vorläufige Bescheide. Erst 50 Millionen Euro aus den Fördergeldern seien tatsächlich in den Infrastrukturausbau geflossen. "Die Kommunen bekommen das Geld erst, wenn die Bagger rollen." Der frühere Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte vorläufige Förderbescheide stets öffentlichkeitswirksam angekündigt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Psy2063 13. Aug 2019

selbstverständlich werden nur die Microducts gelegt, war zumindest hier im Baugebiet so...

gol 12. Aug 2019

Überleg mal, man hat nur einmal Geld und gibt es nur für Sachen aus, die man jetzt...

Faksimile 11. Aug 2019

Nein. Es stellt sich nur grundlegend die Frage, ob wir beide wirklich in der Lage sind zu...

bombinho 11. Aug 2019

Das ist relativ richtig, aber du hast ja schon die Alternativlosigkeit erwähnt...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mac Mini mit M2 Pro im Test
Der perfekte Einstieg in die Mac-Welt

In vielen Anwendungsszenarien kann der M2 Pro im Mac Mini mit dem M2 Max mithalten. Der Umstieg auf MacOS fällt so leicht wie nie zuvor.
Ein Test von Oliver Nickel

Mac Mini mit M2 Pro im Test: Der perfekte Einstieg in die Mac-Welt
Artikel
  1. Nahverkehr: Bahn will On-Demand-Angebot auf dem Land ausbauen
    Nahverkehr
    Bahn will On-Demand-Angebot auf dem Land ausbauen

    Auf dem Land will die Bahn bis 2030 mehr Fahrgäste durch On-Demand-Shuttle transportieren. Auch autonome Busse sollen Teil des Angebotes werden.

  2. Elektroauto: Tesla mit Schilderkennung und neuer Lenkradheizung als Update
    Elektroauto
    Tesla mit Schilderkennung und neuer Lenkradheizung als Update

    Teslas Software-Update 2023.2.0.5 bringt eine Schilderkennung für Tempolimits sowie eine automatisch regulierte Lenkradheizung.

  3. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Gaming-Stuhl Razer/HP bis -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /