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Focal Fossa: Ubuntu 20.04 erscheint mit Wireguard und Standard-Snap-Store

Das Ubuntu -Team hat außerdem den ZFS-Support weiter ausgebaut und Python 2 rausgeworfen.
/ Sebastian Grüner
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Das Fossa dient als Namensgeber für die aktuelle Ubuntu-Version 20.04. (Bild: STEPHANE DE SAKUTIN/AFP via Getty Images)
Das Fossa dient als Namensgeber für die aktuelle Ubuntu-Version 20.04. Bild: STEPHANE DE SAKUTIN/AFP via Getty Images

Der Linux-Distributor Canonical hat die aktuelle Version Ubuntu 20.04 alias Focal Fossa veröffentlicht. Bei dieser handelt es sich um eine Version mit Langzeitpflege. Das heißt: Desktop-, Server- und Core-Variante erhalten standardmäßig 5 Jahre Support. Kunden von Canonical können dies aber auch auf 10 Jahre ausdehnen. Als Neuerungen bringt Ubuntu 20.04 vor allem eine Vielzahl wichtiger Sicherheitstechniken mit sowie viele wichtige Toolchain-Updates.

Dafür sorgt etwa der Linux-Kernel 5.4 , der als Grundlage für die aktuelle Version dient. Dieser enthält erstmals standardmäßig die Patches für den sogenannten Kernel-Lockdown. Damit kann verhindert werden, dass auch Nutzer mit Root-Rechten oder Angreifer, die diese erlangen, den Kernel im laufenden Betrieb verändern können.

Der für diese Technik zuletzt hauptverantwortliche Entwickler Matthew Garrett von Google hat erst vor wenigen Tage einen Überblick zum Kernel-Lockdown(öffnet im neuen Fenster) auf seinem Blog veröffentlicht. Dort beschreibt Garrett aber auch, dass noch weitere Entwicklungen an der Technik notwendig seien.

Wireguard mit an Bord

Als Backport auf seinen Linux-Kernel liefert Ubuntu 20.04 auch erstmals standardmäßig die neue und moderne VPN-Technik Wireguard aus. Diese portiert das Ubuntu-Team zudem auch auf die vorangegangene LTS-Version 18.04. Das soll einer schnellen Verbreitung dienen.

Die Verfügbarkeit von Wireguard ist den Ubuntu-Macher sogar so wichtig, dass diese den Wireguard-Erfinder Jason Donenfeld in der Ubuntu-Ankündigung zu Wort kommen lassen. Dieser zeigt sich erfreut darüber, dass Nutzer damit eine sofort einsatzbereite VPN-Technik erhalten.

Für den Unternehmenseinsatz hebt Canonical außerdem die Unterstützung für AMD Secure Encrypted Virtualization hervor. Standardmäßig unterstützt wird nun außerdem ein Login über U2F/FIDO und damit auch eine passwortlose Authentifizierung.

Ohne Python 2

Eine der wohl wichtigsten Änderungen am Basissystem ist der komplette Verzicht auf das veraltete Python 2 , dessen Entwicklung offiziell beendet ist. Der 2-er Zweig von Python ist in der Standardinstallation nicht mehr verfügbar, Ubuntu 20.04 setzt dafür auf das aktuelle Python 3.8. Nutzer, die dennoch auf das veraltete Python angewiesen sind, können dies aus dem Universe-Repository nachinstallieren, bekommen aber natürlich keinen offiziellen Support.

Die mit der vorangegangenen Version 19.10 eingeführte Unterstützung für das Dateisystem ZFS hat Canonical für die aktuelle Version 20.04 weiter ausgebaut. Dieses bringt nun etwa einen native Verschlüsselung mit oder die Unterstützung für Pool Trim.

Auch für Desktop-Nutzer enthält Ubuntu 20.04 einige Neuerungen. Hier setzt Canonical erneut auf eine eigene Lösung.

Desktop mit Snap Store

Der Standard-Desktop von Ubuntu 20.04 basiert auf dem aktuellen Gnome 3.36 . Dieses bringt vor allem einige leichte Design-Veränderungen mit, etwa am Sperrbildschirm oder dem Systemmenü. Das Ubuntu-Team hebt darüber hinaus hervor, dass der Desktop nun flüssiger laufen soll.

Statt dem bisher zur grafischen Verwaltung der installierten Pakete genutzten Gnome-Software setzt das aktuelle Ubuntu standardmäßig auf den hauseigenen Snap Store. Dies dient nun als Hauptwerkzeug für das Finden und Installieren von Software, wie es in den Release-Notes heißt.

Das gilt für die altbekannten Deb-Pakete ebenso wie für die von Ubuntu erstellten Snaps. Nutzer, die den Snap-Store nicht verwenden wollen, können aber auch weiter auf Alternativen setzen, wie etwa die bekannten Kommandozeilenwerkzeuge.

Für Server-Nutzer bringt das Ubuntu-Release eine Reihe von Paketupdates. Dazu gehören etwa PHP 7.4, Ruby 2.7 und das darauf aufbauende Rails 5.2.3. Die ausgelieferte OpenSSH-Version 8.2 unterstützt zudem U2F/FIDO. Der in Ubuntu enthaltene Apache-Webserver unterstützt nun standardmäßig die Nutzung von TLS 1.3. Das Team verweist hier aber auf noch möglicherweise auftretende Fehler bei Clients. Das ebenfalls ausgelieferte Samba 4.11 deaktiviert jetzt die Nutzung für SMB1.

Wie immer bieten die Release Notes von Ubuntu 20.04(öffnet im neuen Fenster) unterschiedliche Ausgaben an. Neben dem Standard-Desktop auf Basis von Gnome gibt es Varianten mit KDE Plasma, LXDE, Mate, Xfce, Kylin und Budgie. Hinzu kommen zudem Cloud- und Server-Images. Unterstützung erhält die aktuelle Version 20.04 wie erwähnt fünf Jahre lang, also bis April 2025.


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