Flugzeuge am Boden: Tausende Airbus A320 kriegen ältere Software aufgespielt

Airbus teilte am Freitag mit, dass rund 6000 Flugzeuge des Typs A320 nach einer Untersuchung der European Union Aviation Safety Agency (EASA) ein mögliches Softwareproblem aufweisen, wie Reuters berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Daher wird in den USA mit Einschränkungen im Flugverkehr für das geschäftige Wochenende nach Thanksgiving gerechnet. Auch weltweit sind Verspätungen und Ausfälle wahrscheinlich.
Wichtiges Flugwochenende in den USA gestört
Insgesamt etwa 11.300 Flugzeuge der A320-Familie sind weltweit aktuell im Einsatz. Beliebt ist das Schmalrumpfflugzeug bei US-amerikanischen Fluglinien für Inlandsflüge. American Airlines etwa hat 480 Flugzeuge der Familie im Einsatz. 340 davon sind von dem Softwareproblem betroffen.
Reuters gegenüber gab American Airlines an, die Reparatur bis heute abgeschlossen zu haben. Pro Flugzeug brauche es dafür zwei Stunden. Andere Fluglinien, wie auch die Lufthansa, wollen ihre A320-Modelle kurzzeitig für den Softwarefix aus dem Verkehr ziehen. Die britische Firma easyJet gab an, dass ihre Flugzeuge schon repariert seien.
Sonneneruption überforderte Geräte
Hintergrund der großangelegten Aktion ist eine Notlandung eines A320-Flugzeugs in Florida. Während eines Fluges von JetBlue verlor das Flugzeug demnach plötzlich an Höhe, was eine Untersuchung der amerikanischen Federal Aviation Administration (FAA) und EASA nach sich zog.
"Die Analyse eines kürzlich aufgetretenen Vorfalls mit einem Flugzeug der A320-Familie hat ergeben, dass intensive Sonneneinstrahlung Daten beschädigen kann, die für die Funktion der Flugsteuerung von entscheidender Bedeutung sind", fasst Airbus das Problem in einem Statement(öffnet im neuen Fenster) zusammen.
Die Lösung ist dabei für die meisten Flugzeuge recht simpel. Die Betreiber müssen die Geräte nur auf eine ältere Softwareversion zurücksetzen. Rund 1000 Flugzeuge könnten aber noch längere Zeit am Boden verbringen. Quellen aus der Industrie berichteten Reuters, dass bei diesen Modellen auch ein Hardware-Austausch notwendig sei. Ob und wie lange dadurch der Flugverkehr beeinträchtigt ist, ist noch nicht bekannt.



