Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Flugzeugbau in Deutschland: D328eco soll bis 2029 in Sachsen vom Band rollen

Mit dem D328eco könnte vor 2030 wieder ein deutsches Flugzeug in die Serienproduktion gehen. Es wäre der erste komplette Flugzeugbau seit 20 Jahren.
/ Andreas Donath
36 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Deutsche Aircraft D328eco (Bild: Deutsche Aircraft)
Deutsche Aircraft D328eco Bild: Deutsche Aircraft

Die Firma Deutsche Aircraft(öffnet im neuen Fenster) hat in Schkeuditz in Sachsen drei Jahre nach der Grundsteinlegung des Standorts eine Final-Assembly-Linie für den D328eco(öffnet im neuen Fenster) eröffnet. Die 40-sitzige Turboprop-Maschine soll bis spätestens Ende 2029 in Dienst treten und basiert auf der Dornier 328. Diese wurde mehr als 200-mal zwischen 1992 und 2005 gebaut und war das letzte Flugzeug aus deutschem Entwicklungs- und Serienbau.

Deutsche-Aircraft-Geschäftsführer Nico Neumann sagte(öffnet im neuen Fenster), das Programm bündele erstmals seit mehr als sechs Jahrzehnten Luftfahrt-Know-how entlang der gesamten Wertschöpfungskette in einem deutschen Projekt.

Wenn der Hochlauf in Sachsen gelingt, markiert das Flugzeug die Rückkehr Deutschlands zum Serienbau kompletter Luftfahrzeuge. Die Produktionsgeschichte der Region endete 1961: Der Ministerrat der DDR stoppte die Fertigung der 152er Passagierstrahlflugzeuge am VEB Flugzeugwerke Dresden.

Standortwahl nach Logistikregeln

Die Wahl für den Standort Schkeuditz hat logistische Gründe. DHL betreibt einen Hub am Flughafen Leipzig/Halle, und der Standort liegt nahe der Autobahn. Die Lieferkette ist international durchmischt. Motoren stammen aus Kanada, das Navigationssystem aus den Vereinigten Staaten und Teile des Rumpfs aus Indien. Rund 60 Prozent der Wertschöpfung entfielen auf Europa, teilte das Unternehmen mit.

Am neuen Standort wird zunächst ein weiteres Testflugzeug gebaut. Die darauffolgenden zwei Jahre sind für Tests und die Zertifizierung vorgesehen. Der Serienstart ist für 2029 geplant. Die volle Kapazität von 48 Maschinen pro Jahr könnte noch drei bis vier Jahre später erreicht werden, sagte Neumann. Das hänge unter anderem vom Marktbedarf ab.

Das Unternehmen setzt auf eine Belebung des Kurzstreckenflugverkehrs. Schätzungsweise 3.000 Flugzeuge auf kurzen Strecken legten die Fluggesellschaften in den kommenden Jahren still, sagte Neumann. Viele Konkurrenten verließen das Segment bereits. Deutsche Aircraft beziffert das Marktpotenzial auf bis zu 1.000 Maschinen.

Technische Daten

Als Antrieb dienen zwei PW127XT-Turboprop-Triebwerke von Pratt & Whitney Canada. Sie sind für Sustainable-Aviation-Fuel(öffnet im neuen Fenster) und PtL-Kraftstoffe(öffnet im neuen Fenster) zugelassen, was die CO2-Emissionen deutlich senken soll. Die D328eco verbraucht nach Herstellerangaben 40 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Regionaljets auf Kurzstrecken.

Die D328eco kann auf kurzen und nicht befestigten Pisten starten und landen. Die US-Streitkräfte fliegen daher seit 2011 eine modifizierte Dornier 328 als C-146A Wolfhound(öffnet im neuen Fenster).


Relevante Themen