Abo
  • Services:

Flugzeugabsturz: Boeing 737 MAX geht wegen Softwarefehler außer Betrieb

Wegen eines bekannten Softwarefehlers wird der Flugbetrieb für Boeings neustes Flugzeug fast weltweit eingestellt - Die letzte Ausnahme war: die USA. Der Umgang der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde mit den Problemen des neuen Flugzeugs erscheint zweifelhaft.

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Boeing 737 MAX 8. Zwei Flugzeuge des Typs sind in den letzten fünf Monaten verunglückt.
Eine Boeing 737 MAX 8. Zwei Flugzeuge des Typs sind in den letzten fünf Monaten verunglückt. (Bild: Wikimedia/Acefitt/CC-BY-SA 4.0)

Die Boeing 737 MAX sollte die Antwort auf den spritsparenden Airbus 320NEO sein. Seit Mai 2017 wurden etwa 350 Flugzeuge des Typs ausgeliefert, zwei davon sind nun innerhalb von nur fünf Monaten abgestürzt. Das erste Unglück im Oktober, Lion Air Flight 601, wurde auf die Fehlfunktion von MCAS zurückgeführt, dem "Softwaresystem zur Verbesserung der Flugeigenschaften."

Inhalt:
  1. Flugzeugabsturz: Boeing 737 MAX geht wegen Softwarefehler außer Betrieb
  2. Boeing-Chef telefoniert mit Trump

Boeing wurde bereits im letzten Jahr wegen MCAS heftig kritisiert. Das neue System wurde zwar in den Handbüchern der 737 MAX erwähnt, aber seine Eigenschaften waren weder Teil der Bordhandbücher noch der Pilotenausbildung zum Umstieg auf den neuen Bautyp. Das System versagte beim Flug Lion Air 601 vermutlich aufgrund des Defekts eines Lagesensors, den die Software nicht erkannte. Ohne zu wissen, dass MCAS existiert, was genau es tut oder wie es auszuschalten ist, versuchten die Piloten vergeblich die fehlerhaften Steuerbefehle des MCAS zu übersteuern.

In Reaktion auf das erste Unglück verfasste die amerikanische Flugbehörde FAA als Zwischenlösung eine Notfalldirektive zur Flugtüchtigkeit. Bis zum 7. Dezember sollten mögliche Gegenmaßnahmen gegen fehlerhafte Steuerbefehle ins Flughandbuch (dem Airplane Flight Manual) aufgenommen werden. Ein Softwareupdate sollte erst später folgen. Ein zusätzliches Training der Piloten war zur Erhaltung der Flugtüchtigkeit auch nicht vorgesehen. Eine spätere Bekanntmachung der FAA schätzte die verursachten Kosten der gesamten Notfallmaßnahme auf 3.825 US-Dollar. Es wurden also nur die Flughandbücher ausgetauscht.

Boeing 737 MAX darf weiter in den USA fliegen

Die Untersuchung des Absturzes der Ethiopian Airlines steht noch ganz am Anfang. Aber wegen des äußerlich ähnlichen Ablaufes der zwei Unglücke - der plötzliche Absturz nach der Meldung von Steuerproblemen kurz nach Flugbeginn - spekulieren Gutachter schon jetzt über eine ähnliche Ursache. Die FAA will sich diesen Spekulationen zwar noch nicht anschließen, aber in einer neuen Bekanntmachung zur weiteren Flugtüchtigkeit der Boeing 737 Max, verlangt die FAA vom Hersteller nun ein Software-Update bis spätestens April.

Stellenmarkt
  1. Advantest Europe GmbH, Böblingen
  2. Trinomica GmbH, Darmstadt

Das neue MCAS-Update soll sich vor allem "weniger auf die nötige Gedächtnisleistung der Piloten verlassen." Außerdem beaufsichtigt die amerikanische Luftfahrtbehörde auch Boeings Pläne für eine Anpassung der Trainingstandards, der Flughandbücher, der Fehlerchecklisten, der Wartungshandbücher und eines Handbuchs zur Fehlerisolierung - an die neue Version von MCAS. Für die alte MCAS Version wurden seit dem ersten Absturz lediglich einige Passagen der Flughandbücher ausgetauscht. Dennoch sieht sich die amerikanische FAA nicht veranlasst, die Boeing 737 MAX aus dem Flugbetrieb zu nehmen.

Boeing-Chef telefoniert mit Trump 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 18,49€
  2. 49,86€
  3. 4,99€
  4. 2,50€

Tom01 21. Mär 2019 / Themenstart

Der VW-Betrug hat keine Unfälle verursacht.

led02 18. Mär 2019 / Themenstart

Der Thread auf Twitter fasst in meinen Augen noch einmal ganz gut zusammen, das es alles...

schnedan 16. Mär 2019 / Themenstart

Stand heute liegt für beide Unfälle kein endgültiger Bericht vor, daher gehören die...

Sergeij2000 16. Mär 2019 / Themenstart

Hier noch zwei Links, von denen der zweite das Problem von einer ganz anderen Seite her...

charlemagne 16. Mär 2019 / Themenstart

Der Vorschlag stammt nicht von mir, sondern von einem Piloten: "I have heard from a...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy Watch Active - Hands on

Samsungs neue Smartwatch Galaxy Watch Active richtet sich an sportliche Nutzer. Auf eine drehbare Lünette wie bei den Vorgängermodellen müssen Käufer aber verzichten.

Samsung Galaxy Watch Active - Hands on Video aufrufen
Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
Tom Clancy's The Division 2 im Test
Richtig guter Loot-Shooter

Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.
Von Jan Bojaryn

  1. Netztest Connect Netztest urteilt trotz Funklöchern zweimal sehr gut
  2. Netztest Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern

Next Generation Car: Das Fahrzeug der Zukunft ist modular
Next Generation Car
Das Fahrzeug der Zukunft ist modular

Ein Fahrzeug braucht eine Kabine und einen Antrieb. Müssen aber beide eine fest verbundene Einheit sein? Forscher des DLR arbeiten an verschiedenen Konzepten für das Auto der Zukunft. Eines davon ist ein modulares Fahrzeug, das für verschiedene Zwecke eingesetzt werden kann.
Von Werner Pluta

  1. DLR Phylax erkennt Sprengstoffreste per Laser
  2. Raumfahrt DLR testet 3D-gedrucktes Raketentriebwerk
  3. Eden ISS Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner

Mobile Bezahldienste: Wie sicher sind Apple Pay und Google Pay?
Mobile Bezahldienste
Wie sicher sind Apple Pay und Google Pay?

Die Zahlungsdienste Apple Pay und Google Pay sind nach Ansicht von Experten sicherer als klassische Kreditkarten. In der täglichen Praxis schneidet ein Dienst etwas besser ab. Einige Haftungsfragen sind aber noch juristisch ungeklärt.
Von Andreas Maisch

  1. Anzeige Was Drittanbieter beim Open Banking beachten müssen
  2. Finanzdienstleister Wirecard sieht kein Fehlverhalten
  3. Fintech Wirecard wird zur Smartphone-Bank

    •  /