Flugzeug: Boeing 777X zeigt Risse an Triebwerksverbindung

Boeing hat Testflüge seines neuen Modells 777X vorerst gestoppt. Wie unter anderem die Tagesschau(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die Branchenwebseite The Air Current(öffnet im neuen Fenster) berichtet, haben sich nach einem fünfstündigen Testflug Risse an der Verbindung zwischen Triebwerk und Tragfläche gezeigt.
Das Bauteil habe sich "nicht wie vorgesehen verhalten" , erklärt Boeing den Medienberichten zufolge. Das Problem ist dabei nicht nur bei dem planmäßig inspizierten Flugzeug festgestellt worden, sondern auch bei weiteren Testmodellen des Typs 777-9. Das berichten mit der Sache vertraute, nicht namentlich genannte Personen.
Für Boeing reißt der Strom an schlechten Nachrichten damit nicht ab. Nachdem Anfang 2024 ein eigentlich fest vernietetes Bauteil während eines Air-Alaska-Flugs abriss, haben zahlreiche Whistleblower von zahlreichen Mängeln bei Fertigung und Qualitätskontrollen berichtet. Die Flugzeuge der 737-Max-Reihe wurden zwischenzeitlich aus dem Verkehr gezogen und dürfen mittlerweile unter strengen Auflagen wieder fliegen.
Untersuchung bei Dreamliner angeordnet
Auch das Langstreckenmodell 787 Dreamliner ist von Problemen betroffen: Boeing soll Ausschussteile verbaut haben, wie ein ehemaliger Mitarbeiter berichtete. Boeing-Verantwortliche, unter anderem der CEO Dave Calhoun, wurden zu den Vorfällen bereits vor dem US-Kongress befragt. Für den Dreamliner ordnete die US-Flugaufsichtsbehörde FAA nun eine neue Untersuchung an. Hintergrund ist ein Zwischenfall bei der Fluggesellschaft Latam, bei dem sich ein Pilotensitz unterwarten bewegt und zu einem schnellen Sinkflug geführt hatte.
Boeing zufolge sollen bei der 777X sowieso zunächst keine Testflüge mehr geplant gewesen sein. Das neue Modell sollte ursprünglich bereits 2020 auf den Markt kommen, aktuell ist der Start auf 2025 terminiert. Ob der jüngste Vorfall den Zeitplan weiter verzögern wird, ist aktuell noch unbekannt.



