Wann es weitergeht, ist unklar
Henry Harteveldt, Luftfahrtanalyst und Präsident der Atmosphere Research Group, sprach gegenüber dem Guardian Klartext: "Für Reisende gibt es keinen Weg, das schönzureden. Bereiten Sie sich auf Verzögerungen und Annullierungen in den nächsten Tagen vor, während sich diese Angriffe entwickeln und hoffentlich enden."
Bis 22:30 Uhr GMT meldete Flightaware weltweit mehr als 18.000 verspätete und über 2.350 annullierte Flüge. Mindestens 145 bereits in der Luft befindliche Maschinen wurden zu Ausweichzielen wie Athen, Istanbul und Rom umgeleitet.
Umwege über Saudi-Arabien, steigende Kosten
Airlines, die normalerweise über den Nahen Osten fliegen, weichen nun auf südliche Routen über Saudi-Arabien aus – mit stundenlangen Umwegen und erhöhtem Kerosinverbrauch. Diese Mehrkosten könnten bei anhaltender Lage auf die Ticketpreise durchschlagen. Gleichzeitig steigt die Belastung der saudischen Flugsicherung, da immer mehr Flugzeuge dieselben Korridore nutzen.
Dazu kommt: Emirates und Qatar Airways gehören auch zu den größten Frachtfluggesellschaften der Welt, was Lieferketten stören und Luftfracht wesentlich teurer machen könnte. Neben Passagieren sind auch Crews und Flugzeuge gestrandet, die an anderer Stelle nun nicht eingesetzt werden können.
Mike McCormick, ehemaliger FAA-Flugsicherungsbeamter und Professor an der Embry-Riddle Aeronautical University, zeigte sich gegenüber dem Guardian vorsichtig optimistisch: Sobald amerikanische und israelische Stellen mitteilen, wo ihre Militärflüge operieren, könnten betroffene Länder beginnen, Teile ihres Luftraums selektiv wieder zu öffnen. "Diese Länder werden dann sagen können: OK, diesen Teil des Luftraums können wir freigeben, aber jenen halten wir weiter geschlossen" , so McCormick. Ob die Flugesellschaften diese Korridore nutzen oder weiterhin die Gebiete nicht überfliegen, bleibt ihnen überlassen.
Wie lange die Störung anhält, ist offen.
Das Auswärtige Amt veröffentlichte am Samstag eine Reisewarnung(öffnet im neuen Fenster) für Israel, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Jemen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
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