Flugtaxi: Volocopter stellt Mitarbeiter frei

Insolvenzverwalter Tobias Wahl hat am Montag in einer Telefonkonferenz die rund 500 Mitarbeiter von Volocopter über ihre sofortige Freistellung informiert. Das berichtete das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen ist der Entwickler elektrischer Flugtaxis nicht mehr zahlungsfähig, nachdem das Insolvenzgeld Ende der vergangenen Woche ausgelaufen war.
Die Beschäftigten bleiben formell noch für drei Monate angestellt, da auch bei einer Insolvenz die gesetzliche Kündigungsfrist gilt. Allerdings kann das Unternehmen die Gehälter nicht mehr zahlen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte der Zeitung sowohl das Mitarbeitertreffen als auch die Freistellungen.
Weiter Gespräche mit potenziellem Käufer
Es gibt aber noch ein wenig Hoffnung für das 2011 gegründete Unternehmen mit Sitz in Bruchsal. Der Insolvenzverwalter deutete dem Bericht zufolge in der Mitarbeiterversammlung an, dass weiterhin Gespräche mit einem potenziellen Käufer geführt würden. "Es wird weiterhin alles versucht" , sagte die Unternehmenssprecherin dem Handelsblatt.
Volocopter hatte am zweiten Weihnachtstag 2024 Insolvenz angemeldet , nachdem dem Unternehmen das Geld ausgegangen war. Der Insolvenzverwalter Wahl hatte bis Ende Februar Zeit, einen Investor zu finden, was jedoch nicht gelang. Seit dem 1. März 2025 befindet sich das Unternehmen im regulären Insolvenzverfahren.
Rund 200 Mitarbeiter mussten bereits gehen
Die Gläubiger müssen ihre Forderungen bis zum 11. März anmelden. Die Volocopter-Führung leitete bereits Maßnahmen zur Verkleinerung des Unternehmens ein. Mehrere Büroflächen wurden aufgegeben. Der Ende Februar 2025 ausgeschiedene CEO Dirk Hoke reduzierte die Belegschaft bereits von ursprünglich gut 700 auf weniger als 500 Mitarbeiter.
Volocopter arbeitet seit seiner Gründung an der Entwicklung eines elektrischen Senkrechtstarters. Konkurrent Lilium geriet ebenfalls in finanzielle Schwierigkeiten. Für Volocopter fehlte nur noch die Musterzulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (Easa), um Passagiere befördern zu dürfen.
Sowohl Lilium als auch Volocopter scheiterten mit ihren Bemühungen um staatliche Hilfe.