Flugsicherheit: Fluggesellschaften lassen keine Roboter mehr an Bord
Roboter dürfen nicht mehr mit an Bord: Drei der größten US-Fluggesellschaften ziehen damit inzwischen an einem Strang.
United Airlines setzte die neue Regel nach eigenen Angaben bereits am 23. Juli in Kraft, sie gilt für Kabine, Aufgabegepäck und Fracht gleichermaßen, wie CBS News berichtet(öffnet im neuen Fenster). Delta bezeichnete sein Vorgehen ausdrücklich als vorläufig, wie Ad-Hoc News berichtet(öffnet im neuen Fenster).
Southwest erließ bereits im Mai ein entsprechendes Verbot. Als Grund nannten alle drei Fluggesellschaften Sicherheitsbedenken, die mit der Batterietechnik der Roboter zusammenhängen. American Airlines hat bislang keine vergleichbare Regelung eigeführt.
Akkus als Sicherheitsrisiko
Die US-Luftfahrtbehörde FAA reguliert die zulässige Batteriekapazität an Bord bereits seit Längerem genau. Unter 100 Wattstunden ist keine gesonderte Genehmigung nötig, zwischen 101 und 160 Wattstunden braucht es die Zustimmung der Airline. Alles darüber ist auf Passagierflügen grundsätzlich untersagt.
Viele humanoide Roboter liegen deutlich über diesen Grenzwerten. Der Unitree G1 arbeitet mit einem Akku von 421 Wattstunden, beim Figure-Roboter kommt sogar ein Paket mit rund 2,3 Kilowattstunden zum Einsatz. Da sich die Maschinen kaum zerlegen lassen, um die Batterien separat zu verstauen, gilt dies für reguläre Passagierflüge derzeit als kaum praktikabel.
Konkreter Anlass für die schärferen Regeln sollen mehrere Vorfälle aus dem Frühjahr 2026 sein. Im Mai wollte ein Unternehmer aus Dallas seinen humanoiden Roboter Stewie auf einen Linienflug mitnehmen. Anstatt das 1,10 Meter große Modell als Fracht zu versenden, kaufte er Stewie ein Passagierticket. Auf der Strecke von Oakland nach San Diego verzögerte ein 32 Kilogramm schwerer Roboter namens Bebop den Abflug um etwa eine Stunde.
In beiden Fällen musste die Crew eingreifen. Berichten zufolge entfernte das Personal zeitweise die Akkus oder setzte die Roboter auf Fensterplätze um, um die Vorgaben zur Evakuierung im Notfall einzuhalten.
Herkömmliche Elektronik und persönliche Geräte bleiben von den neuen Regeln unberührt.
Zwischen Skepsis und Milliardenmarkt
Während US-Fluggesellschaften eher zurückhaltend agieren, gehen Anbieter in Asien einen anderen Weg. Japan Airlines testet humanoide Roboter gezielt für Abfertigungsaufgaben am Flughafen Haneda. Morgan Stanley rechnet in dem Segment humanoider Roboter bis 2050 mit einem Marktvolumen von rund fünf Billionen Dollar(öffnet im neuen Fenster).
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