Flughafen Leipzig/Halle: DNA-Spuren an Sprengstoff-Drohne entdeckt
Der Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig/Halle ist offenbar anders verlaufen als zunächst vermutet. Einem Bericht der Zeit zufolge(öffnet im neuen Fenster) geht aus Videoaufnahmen hervor, dass die später sichergestellte Drohne mit der auf dem Vorfeld stehenden ukrainischen Antonov kollidierte.
Die Drohne schlug demnach auf der Tragfläche des Flugzeugs ein, wo sich die Kerosintanks befinden. Zu einer Explosion sei es nicht gekommen. Das Objekt sei von der Tragfläche abgeprallt und auf den Boden gefallen.
Sprengsatz löste sich von Drohne
Zudem habe sich herausgestellt, dass die Drohne keinen Sprengsatz mehr trug, als sie einige Stunden später von einem Busfahrer bemerkt und auf dem Boden fixiert wurde. Der Sprengsatz sei in einiger Entfernung gefunden worden und habe sich möglicherweise beim Aufprall auf das Flugzeug von der Drohne gelöst.
Einem Bericht der Bild-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge fanden Ermittler auf der Drohne eine DNA-Spur. Diese soll noch keiner konkreten Person zugeordnet worden sein. Allerdings soll die DNA-Spur mit einer älteren Spur übereinstimmen, die 2024 im Zusammenhang mit einem Brandanschlag auf ein Logistikzentrum von DHL in Leipzig sichergestellt worden war. Nach Angaben der Zeit gibt es aber bislang keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen den beiden Fällen. Die DNA-Spur sei zuvor bereits in Litauen registriert worden.
Das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) berichtete unter Berufung auf Personen mit Zugang zu US-Geheimberichten, dass die Drohne wahrscheinlich der russischen Regierung gehört habe. Bislang schreibt die Bundesregierung den Vorfall noch keinem konkreten Urheber zu.
Die Bundesregierung will als Reaktion auf den Vorfall die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei deutlich vergrößern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) werde eine Weisung erteilen, wonach die Einheit auf 300 Kräfte anwachsen solle, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Statt vier Standorten seien nunmehr acht Standorte geplant, "um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein".
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