Abo
  • Services:

Wo also liegen die Informationen zu meinem Flug?

Es ist nicht ganz einfach, die Frage zu beantworten, wo die Informationen zu einem Flug liegen. Sagen wir, ein Passagier hätte einen Flug bei der Lufthansa gebucht. Dann wäre sein PNR bei Amadeus gehostet. Doch einer der Flüge auf einer längeren Reise wird von einem Star-Alliance-Partner durchgeführt; dann wird ein verknüpfter PNR im System der jeweiligen Fluglinie angelegt - also bei Sabre, Galileo oder Worldspan.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Stuttgart
  2. abilex GmbH, Sindelfingen

Außerdem hat der Passagier über die Fluglinie noch ein Hotel und einen Mietwagen gebucht. All diese Datensätze liegen in verschiedenen, verknüpften Datenbanken vor. Der Kunde bekommt davon jedoch im Zweifelsfall nichts mit. Nur, wenn auf einer komplizierten Buchung mehrere Buchungscodes stehen, deutet dies daraufhin, dass die Informationen in verschiedenen Systemen gespeichert sind.

Buchungscode + Nachname = Benutzername + Passwort

Wie sicher sind diese Informationen? Experte Hasbrouck sagt: "Einen Zugang zu einem solchen Buchungssystem zu bekommen, ist nicht so schwer" Die einfachste Möglichkeit: ein unauffälliger Schulterblick am Flughafen. "Die Systeme sind so aufgebaut, dass sie für den Kunden möglichst leicht zu bedienen sind", sagt Hasbrouck. Auf der Webseite der Fluglinien müssen nur der sechstellige Buchungscode und der Nachname des Reisenden eingegeben werden. Beide Informationen sind auf den meisten Flugtickets zu finden.

Wer über diese Informationen verfügt, kann den weiteren Reiseplan einsehen - oder ändern. Denn Buchungscode und Nachname sind letztlich Nutzername und Passwort. Wenn bei der Fluglinie bereits eine Kreditkarte hinterlegt ist, dann könnten Umbuchungen der Reise vorgenommen und auch bezahlt werden. Im System würde dann hinterlegt, dass der Reiseplan "auf Kundenwunsch hin" geändert wurde.

Doch auch ohne die Informationen zu ändern, kann ein Einblick in die Systeme interessant sein: "Ich kann herausfinden, wann dein Rückflug stattfindet. Vielleicht möchte ich herausfinden, wie viel Zeit ich habe, um dein Haus auszurauben, bevor du nach Hause kommst. Oder ich kann herausfinden, wo du als Nächstes hinfliegst - vielleicht fliegst du zu einem anderen Ort, und das könnte für mich interessant sein, um Industriespionage zu betreiben." Und in brenzligen Familiensituationen oder bei Stalkern könnten Informationen aus PNRs dazu genutzt werden, den Aufenthaltsort einer Person zu ermitteln.

Die Buchungsinformationen können nicht nur bei den Fluglinien selbst eingesehen werden. Alle großen Betreiber unterhalten Angebote, die den direkten Zugriff auf den eigenen PNR ermöglichen. Wer einen Buchungscode und einen Nachnamen weiß, muss also nicht mal den Namen der Fluglinie in Erfahrung bringen, um auf die Informationen zuzugreifen - ausprobieren bei den vier Portalen reicht aus.

Austausch von PNR-Daten

Die von den Fluglinien gespeicherten Informationen sind aus Sicht von Sicherheitspolitikern von großem Wert für die Terrorismusbekämpfung. Seit vielen Jahren werden die PNR-Daten daher zwischen der EU und anderen Staaten im Rahmen der internationalen Terrorismusbekämpfung ausgetauscht. Ein entsprechendes Abkommen mit den USA scheiterte zwar zwischenzeitlich am Widerstand des EU-Parlaments, ist aber mittlerweile seit einigen Jahren in Kraft.

"Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren, um der Regierung die Daten zur Verfügung zu stellen - Push und Pull." Beim Push-Verfahren werden alle Informationen aus den Systemen über eine API an die Ermittlungsbehörden geleitet - und dort gespeichert, durchsucht und schließlich wieder gelöscht.

Doch die USA hätten dieses Abkommen nur in wenigen Fällen wirklich gebraucht, sagt Hasbrouck. "Die US-Regierung hat einen Root-Zugriff auf die Datenbanken der US-PNR-Betreiber". Sie sei also als einzige Instanz in der Lage, die Informationen aus diesen verschiedenen Datenbanken zentral zusammenzuführen.

 Fluggastdatenspeicherung: Wer wo welche Daten über Passagiere sammelt und wieKein Rechtsschutz für EU-Bürger 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 529,00€ (bei o2online.de)
  2. 1745,00€
  3. 64,89€
  4. 3,74€

peter.kleibert 15. Apr 2016

Ihr kleines Ablenkungsmanöver ist offensichtlich...


Folgen Sie uns
       


LG V50 mit Dualscreen - Hands on (MWC 2019)

LG hat auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona das 5G-fähige Smartphone V50 Thinq gezeigt. Passend dazu gibt es eine spezielle Hülle, die sich Dual Screen nennt. Darun befindet sich ein zweites Display, das sich parallel zum normalen Smartphone-Display nutzen lässt.

LG V50 mit Dualscreen - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Galaxy S10e im Test: Samsungs kleines feines Top-Smartphone
Galaxy S10e im Test
Samsungs kleines feines Top-Smartphone

Mit dem Galaxy S10e bietet Samsung auch ein kompaktes Modell seiner neuen Oberklasse-Smartphone-Serie an. Beim Gerät gibt es zwar ein paar Abstriche bei der Hardware, es liegt aber fantastisch in der Hand und macht super Fotos - für uns der klare Geheimtipp der neuen Reihe.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Samsung Galaxy M20 kommt an drei Tagen nach Deutschland
  2. Smartphone Samsungs LPDDR4X-Speicher fasst 12 GByte
  3. Non-Volatile Memory Samsung liefert eMRAM aus

Trüberbrook im Test: Provinzielles Abenteuer
Trüberbrook im Test
Provinzielles Abenteuer

Neuartiges Produktionsverfahren, prominente Sprecher: Das bereits vor seiner Veröffentlichung für den Deutschen Computerspielpreis nominierte Adventure Trüberbrook bietet trotz solcher Auffälligkeiten nur ein allzu braves Abenteuer in der deutschen Provinz der 60er Jahre.
Von Peter Steinlechner

  1. Quellcode Al Lowe verkauft Disketten mit Larry 1 auf Ebay
  2. Wet Dreams Don't Dry im Test Leisure Suit Larry im Land der Hipster
  3. Life is Strange 2 im Test Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller

Fido-Sticks im Test: Endlich schlechte Passwörter
Fido-Sticks im Test
Endlich schlechte Passwörter

Sicher mit nur einer PIN oder einem schlechten Passwort: Fido-Sticks sollen auf Tastendruck Zwei-Faktor-Authentifizierung oder passwortloses Anmelden ermöglichen. Golem.de hat getestet, ob sie halten, was sie versprechen.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. E-Mail-Marketing Datenbank mit 800 Millionen E-Mail-Adressen online
  2. Webauthn Standard für passwortloses Anmelden verabschiedet
  3. Studie Passwortmanager hinterlassen Passwörter im Arbeitsspeicher

    •  /