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Flugbereitschaft: Starlink als Onboard-Internet für Regierungsflieger möglich

Die Flugbereitsschaft der Regierungsmaschinen hat zuletzt beim Onboard-Internet versagt. Das Problem soll jetzt schnell beseitigt werden, doch mit welchem Netz? Etwa Starlink?
/ Achim Sawall
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Der Kanzler steigt in die Regierungsmaschine. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Der Kanzler steigt in die Regierungsmaschine. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Das Bundesverteidigungsministerium arbeitet an einer Verbesserung des Onboard-Internets der Regierungsmaschinen. Nach diversen Ausfällen oder Störungen an Bord der Flugbereitschaft will das Ministerium nach Spiegel-Informationen (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) eine leistungsstärkere Anbindung testen, um eine stabilere Verbindung sicherzustellen.

Im Verteidigungsministerium wurde das geplante Upgrade bestätigt. "Wir testen im Februar und März eine leistungsfähigere Internet-Option unseres aktuellen Providers für zunächst eine A350" , hieß es.

Nach Angaben des Anbieters sei durch das bessere Angebot "eine wesentlich höhere Übertragungsrate und eine höhere Priorisierung beim Aufbau der Satellitenverbindung" möglich, so könnten temporäre Ausfälle in Zukunft verhindert werden.

Lufthansa Technik setzt auf Starlink

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Ausfälle der Internetversorgung an Bord der weiß lackierten Flieger der Flugbereitschaft gegeben. So konnten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Team auf einem Flug nach Indien nicht online über die Lage im Iran informieren.

In der aktuellen Flotte – insbesondere im neuen Airbus A350-900 und im A321LR – kommen im Ka-Band oder Ku-Band über Lufthansa Technik(öffnet im neuen Fenster) für Special Mission Aircraft zertifizierte Militär- und Regierungs-Gateways(öffnet im neuen Fenster) zum Einsatz. Für vertrauliche Gespräche und Datenübertragungen ist eine Anbindung an das deutsche Militär-Satellitensystem SATCOMBw integriert. Es gibt immer mehrere parallele Systeme (Satellit, Funk, Kurzwellen-Backup), um zu versuchen, durch Redundanz einen Ausfall der Führungskommunikation zu verhindern.

SATCOMBw ist das primäre Netz für die Staatsführung mit den Satelliten COMSATBw-1 und COMSATBw-2. Beim Einsatz von Inmarsat BGAN / Global Xpress (Sicherheits-Layer) nutzt die Bundesregierung hierfür spezielle abgeschottete Kapazitäten für die verschlüsselte Sprach- und Datenkommunikation. Da die geostationären COMSATBw-Satelliten die Polarregionen nicht abdecken können, wird für die Regierungsmitglieder auf LEO-Satelliten des Iridium-Netzes zurückgegriffen, das ausschließlich Sprachtelefonie und geringe Datenraten in hohen Breitengraden bietet.

Die Lufthansa Group setzt künftig bei der Onboard-Internet-Versorgung für ihre Passagiere statt auf die Telekom auf Starlink. Der Konzern werde ab der zweiten Jahreshälfte 2026 seine rund 850 Flugzeuge mit der Technik des Unternehmens von Elon Musk ausrüsten, kündigte Europas größter Luftverkehrsverbund am 13. Januar 2026 an.

Branchenexperte Christian von der Ropp sagte Golem: "Welche Satellitensysteme die Luftwaffe auf den Maschinen der Flugbereitschaft verwendet, ist nicht öffentlich bekannt. Denkbar ist, dass auch die beiden Bundeswehr-eigenen Satelliten COMSATBw-1 und -2 verwendet werden." Starlink sei in jedem Fall technisch mit Abstand die beste Lösung und zwar hinsichtlich Bandbreiten, Abdeckung, Störsicherheit gegenüber Eloka-Angriffen als auch Kosten, Luftwiderstand und Installationsaufwand der Antenne betonte er. Gegen Starlink könnten natürlich angesichts anhaltender transatlantischer Spannungen politische Erwägungen sprechen, so von der Ropp.


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