Flucht vor der KI-Flut: Curl pausiert Annahme jeglicher Bug-Reports
Die unzähligen KI-generierten Bug-Reports der vergangenen Monate haben den Curl-Entwickler Daniel Stenberg dazu bewegt, ihm und seinem Team eine strenge Pause zu gewähren. Wie Stenberg in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) schildert, nimmt sein Team ab dem 1. Juli für etwa einen ganzen Monat keinen einzigen Bug-Report mehr an, ganz gleich wie kritisch die gemeldeten Fehler und Sicherheitslücken sein mögen.
Die Pause ist dem Entwickler derart wichtig, dass er ihr mit "Curl-Sommer der Glückseligkeit" sogar einen Namen gibt. "Jedes Problem, das Sie in diesem Monat entdecken und dem Curl-Projekt melden möchten, muss warten", schreibt Stenberg. Weder per E-Mail noch über Hackerone würden im Juli Meldungen angenommen oder in irgendeiner Form verarbeitet.
Erst ab dem 3. August will das Curl-Team wieder Bug-Reports annehmen. "Wir standen in den letzten vier Monaten unter enormem Druck. Jetzt brauchen wir etwas Ruhe", so Stenberg weiter. Er gehe auch nicht davon aus, dass diese Phase der hohen Belastung vorbei sei. Andere Entwicklerteams ermuntert er, bei Bedarf ebenfalls eine Pause einzulegen. "Euer Wohlbefinden hat oberste Priorität."
Pause ohne Wenn und Aber
Der Curl-Entwickler macht in seinem Beitrag auch auf weitere Folgen seiner Pause aufmerksam. So soll etwa die für Mitte August geplante Veröffentlichung der Curl-Version 8.22.0 auf den 2. September verschoben werden. Das soll dem Team die nötige Zeit geben, um den bis Anfang August angefallenen Rückstau an Bug-Reports zu verarbeiten.
Zudem gesteht Stenberg in seinem Blog, dass "die bösen Jungs" wahrscheinlich nicht ruhen werden. "Aber wir schon", schreibt er entschlossen. Selbst wenn ein Notfall eintrete, erfahre sein Team dann eben erst im August davon. Ausgenommen seien all jene, die einen kostenpflichtigen Supportvertrag abgeschlossen haben. Diese sollen weiterhin mit dem gewohnten Service bedient werden.
Stenberg hatte sich in den letzten Jahren wiederholt kritisch zu KI-generierten Bug-Reports geäußert. Anfangs waren die Meldungen meist minderwertig und unbrauchbar, so dass der Entwickler von "KI-Schrott" sprach. In den letzten Monaten stieg die Qualität der Reports jedoch deutlich an. Die Anzahl bleibt aber auf einem hohen Niveau und verursacht damit jede Menge Arbeit. Auch andere Entwicklerteams sind damit zunehmend überfordert.
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