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Flucht in die Zukunft: H.G. Wells versus Jack the Ripper

Der Debütfilm des Star-Trek -II-Regisseurs Nicholas Meyer ist ein Highlight des Zeitreise-Genres und erscheint am 29. Januar 2026 erstmals in HD im Blu-ray-Mediabook.
/ Peter Osteried
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Von 1893 zu 1979 - Jack the Rippers Flucht in die Zukunft (Bild: Plaion Pictures)
Von 1893 zu 1979 - Jack the Rippers Flucht in die Zukunft Bild: Plaion Pictures
Inhalt
  1. Flucht in die Zukunft: H.G. Wells versus Jack the Ripper
  2. Der richtige Ripper
  3. Eine Zeitmaschine aus Fiberglas

Flucht in die Zukunft (Time After Time) aus dem Jahr 1979 mag im Verlauf der Jahrzehnte etwas in Vergessenheit geraten sein, aber der Debütfilm von Nicholas Meyer, der später Star Trek II: Der Zorn des Khan drehte, gehört zu den großen Klassikern des Zeitreise-Subgenres. Er reicht fast an Zurück in die Zukunft heran, was nur passend ist, spielt Mary Steenburgen doch sowohl in diesem Film als auch im dritten Teil der Trilogie die weibliche Hauptrolle. Hier ist sie eine moderne Frau des 20. Jahrhunderts, die auf den etwas steifen H.G. Wells stößt.

Der Film beginnt im Jahr 1893. Der Autor und Erfinder H.G. Wells hat seine besten Freunde eingeladen, weil er ihnen von seiner bahnbrechenden Erfindung erzählen will, mit der er beweisen will, dass seine Vision einer sozialistischen Utopie, in der es keine Kriege mehr gibt und der Mensch friedlich und harmonisch zusammenlebt, wahr werden wird. Als er erzählt, dass er eine Zeitmaschine entwickelt hat, glaubt ihm natürlich niemand.

Als die Polizei an die Tür klopft, weil sie Jack the Ripper jagt, zeigt sich: Der Ripper ist einer von Wells' Gästen – der Freund Dr. John Leslie Stevenson. Aber er ist im Haus nicht aufzufinden. Ebenso wenig wie die Zeitmaschine.

Wells wird klar, dass Stevenson in die Zukunft gereist ist. Als die Zeitmaschine zurückkehrt, bleibt ihm keine Wahl, als ebenfalls den Trip in die Zukunft anzutreten, da er Utopia vor Jack the Ripper schützen muss. Im San Francisco des Jahres 1979 merkt er aber, dass die Zukunft sich nicht ganz so entwickelt hat, wie er es sich vorgestellt hat.

Von Sherlock Holmes zu Jack the Ripper

Nicholas Meyer schrieb den Roman The Seven Per-Cent Solution, in dem Sherlock Holmes auf Sigmund Freud trifft. Der Roman wurde zum Bestseller und 1976 auf Basis eines Meyer-Drehbuchs verfilmt.

Etwa zu der Zeit zeigte ihm der Autor Karl Alexander, den Meyer aus einem Autoren-Workshop der University of Iowa kannte, die ersten gut 60 Seiten seines Romans, in dem H.G. Wells und Jack the Ripper in die Moderne reisen. Meyer gefiel die Idee so gut, dass er die Filmrechte dafür optionierte und begann, das Drehbuch zu schreiben.

Alexander schrieb derweil weiter am Roman, wobei beide Männer Ideen austauschten und so einander im Schreibprozess immer wieder beeinflussten. Danach gelang es Meyer, das Skript Warner Bros. schmackhaft zu machen.

Seine Bedingung: Er wollte es nur dann verkaufen, wenn er auch Regie führen durfte. Das Studio ging darauf ein.

McDowell als Held

Warner Bros. wollte Richard Dreyfuss als H.G. Wells und Mick Jagger als Jack the Ripper. Beide sagten Meyer nicht im Mindesten zu. Bei Jagger fürchtete er sogar, dass der Musiker die Herausforderung der Figur einfach nicht meistern könnte.

Ein Kompromiss fand sich in Malcolm McDowell, der ebenfalls von Warner Bros. vorgeschlagen wurde. Meyer fand diesen Vorschlag genial. Denn McDowell war vor allem dafür bekannt, dass er Schurken spielte. Ihn in der Heldenrolle zu besetzen, brach mit Konventionen.

McDowell(öffnet im neuen Fenster) selbst war überrascht: "Seltsamerweise musste ich nicht um die Rolle kämpfen, und das ist ganz Nicholas Meyer zu verdanken, denn er hätte mich ohne Weiteres als Jack the Ripper besetzen können. Tatsächlich hat er mit David Warner die absolut beste Person für diese Rolle besetzt – er war schlicht brillant, und niemand hätte besser sein können als er."


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