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Eine Zeitmaschine aus Fiberglas

Kostüm und Dialoge sollten authentisch sein. Das einzige Outfit, das Wells über weite Strecken des Films trägt, wurde als typischer englischer Sportanzug der 1890er-Jahre identifiziert: ein Kaschmir-Herringbone-Tweed mit Norfolk-Jacke, dessen historische Genauigkeit Kostümbildner Sal Anthony sorgfältig recherchiert hatte.

Nicholas Meyer war es wichtig, dass Malcolm McDowell und David Warner im viktorianischen Englisch blieben. Das schränkte ihre Möglichkeiten zur Improvisation deutlich stärker ein als bei den zeitgenössischen Figuren des Films.

Die Konstruktion der Zeitmaschine fand in den Burbank Studios statt. Sie bestand aus Fiberglas und maß rund vier Meter in der Länge, anderthalb Meter in der Breite und knapp drei Meter in der Höhe. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf 70.000 US-Dollar – ein relativ günstiger Posten des insgesamt 3,5 Millionen Dollar teuren Films.

Für Warner Bros. lohnte es sich – damals – dennoch nicht, der Film spielte nur fünf Millionen US-Dollar ein, entwickelte sich aber im Heimkinomarkt und später im Fernsehen zum Erfolg.

Dass der Film auch heute noch sein Publikum findet, führt Meyer darauf zurück, dass er verschiedene Genres miteinander kombiniert, und zwar Science-Fiction mit Thriller, Drama und Komödie, und all das abgeschmeckt mit einem Schuss sozialkritischem Kommentar.

Eine literarische Fortsetzung

Eine filmische Fortsetzung stand nie zur Diskussion. Schriftsteller Karl Alexander publizierte jedoch im Jahr 2009 den Roman Jaclyn the Ripper(öffnet im neuen Fenster) . In dem macht die heimwehkranke Amy, Ehefrau von H. G. Wells, heimlich eine Zeitreise ins Los Angeles des Jahres 2009. Dabei befreit sie unbeabsichtigt Jack the Ripper und bringt ihre DNA durcheinander – ein Unfall, der den Psychopathen in eine auf Rache sinnende Frau verwandelt.

Im Jahr 2017 debütierte zudem die Fernsehserie Time After Time(öffnet im neuen Fenster) , die es nie nach Deutschland schaffte. Das lag auch daran, dass die von Kevin Williamson (Scream) entwickelte Serie floppte und in den USA nur fünf von zwölf Folgen ausgestrahlt wurden.

H.G. Wells wird hier von Freddie Stroma (Vigilante in der Serie Peacemaker) und Jack the Ripper von Josh Bowman (bekannt aus der Serie Revenge) gespielt. Die erste Hälfte der Pilotfolge hält sich relativ nahe an die Vorlage, danach weicht die Serie immer weiter vom alten Film ab.

Obwohl sie heutzutage weitestgehend vergessen ist, ist Flucht in die Zukunft eine Perle, die auch fast 50 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrem Reiz eingebüßt hat.


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