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Der richtige Ripper

Den Ripper spielte David Warner, der wohl eine bessere Wahl war als Mick Jagger. Denn der Schauspieler ist in der Lage, auf subtile Art furchteinflößend zu sein, was für die Rolle essenziell war.

Ebenso essenziell war, dass er einen starken Kontrast zu McDowells H.G. Wells bot. Das zeigt sich in keiner Szene besser als in der, in der Wells den Ripper in seinem Hotel aufspürt.

Stevenson schaltet den Fernseher ein und zeigt Wells beim Zappen Bilder der Gewalt, von Krieg, von Attentaten, von Brutalität. Die beiden Männer sitzen auf der Couch und Stevenson sagt: "Ich gehöre hierher, vollständig und restlos. Ich bin zu Hause. Die Welt hat mich eingeholt und überholt. Vor neunzig Jahren war ich ein Monster. Heute bin ich ein Amateur."

Das ist ein Moment der Wahrhaftigkeit, denn die moderne Welt hat Schrecken ersonnen, die im Jahr 1893 unvorstellbar wären – der Ripper passte sich ihr an. Das zeigt sich auch darin, dass Stevenson, der nur kurz vor Wells ankam, bereits moderne Kleidung trägt, während Wells nie aufhört, seinen viktorianischen Zwirn zu tragen.

Die dritte wichtige Rolle war die der Bankangestellten Amy, die sich in Wells verliebt. Der Part wurde Sally Field angeboten(öffnet im neuen Fenster) , aber sie lehnte ab.

Meyer wollte dann seine damalige Freundin Shelley Hack besetzen, was nicht nur dem Studio, sondern auch ihr nicht gefiel, denn sie wollte nicht den Eindruck erwecken, sie hätte eine Rolle nur wegen ihrer Beziehung zum Regisseur bekommen. Beim Vorsprechen zahlreicher Schauspielerinnen stach dann Mary Steenburgen heraus.

Eine echte Liebe

Das Interessante an Flucht in die Zukunft ist, dass nicht mit aller Gewalt eine Romanze eingebaut wird, während Wells noch den Ripper jagt. Diese Romanze kommt erst ins Spiel, als Wells denkt, dass Stevenson tot und somit die Gefahr für das 20. Jahrhundert gebannt ist.

Sie funktioniert nicht nur inhaltlich, sondern auch wegen der beiden Darsteller, die sich hier kennen und lieben lernten. Von 1980 bis 1990 waren sie verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder.

Im Interview mit AV Club(öffnet im neuen Fenster) sagte Steenburgen: "Nun, Gott sei Dank habe ich es gemacht. Ich habe wegen dieses Films Kinder! Ich habe ihn geliebt. Ich habe die Arbeit mit Malcolm geliebt. Er war ein so wichtiger Mensch in meinem Leben."

Er sei nicht nur der Vater ihrer Kinder, sondern auch ein Freund und eine Inspiration gewesen, sagte Steenburgen. Er habe etwas angefacht, das bereits in ihrer Kindheit in Gang worden sei, "eine Liebe zu England und zur dortigen Theaterwelt, mit der ich durch ihn und vermutlich auch wegen ihm in Berührung gekommen bin."

Szene mit nur einer Lichtquelle

Die Dreharbeiten begannen am 18. September 1978 in San Francisco und dauerten 52 Tage. In der Zeit wurde nicht nur im Studio, sondern auch im Palace of Fine Arts, der Grace Cathedral, Union Street, den japanischen Tea Gardens im Golden Gate Park, North Beach und Muir Woods in Marin County gedreht.

Die Szenen im viktorianischen England, die in Wells' Haus spielen, wurden von Kameramann Paul Lohmann mit nur einer Lichtquelle ausgeleuchtet, um den Look von den Szenen in San Francisco abzuheben, wo er verschiedene Lichtquellen nutzte.


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