Floc: Wordpress will Googles Tracking-Experimente blockieren

Google erhält für seine neue Art des Trackings viel Kritik. Wordpress will die Technik gar technisch verhindern - für einen Großteil des Webs.

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Mit den Floc will Google das Tracking über Third-Party-Cookies ersetzen.
Mit den Floc will Google das Tracking über Third-Party-Cookies ersetzen. (Bild: Jim Luckach/CC-BY 2.0)

Das Blog-Hosting-Projekt Wordpress ist äußerst weit verbreitet und wird eigenen Angaben zufolge auf mehr als 40 Prozent aller Webseiten im Internet genutzt. Das will sich das Entwicklungsteam nun zunutze machen und die von Google vorgeschlagene Tracking-Technik Floc (Federated Learning of Cohorts) einfach in seiner Software blockieren, wie es im Wordpress-Blog heißt. Dazu sollen die für Floc genutzten HTTP-Header als "Sicherheitsrisiko" betrachtet und schlicht weggefiltert werden.

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Die Umsetzung würde damit als eine Art Sicherheitsupdate für Wordpress verteilt statt als neue Funktion in einer der kommenden Versionen, was die Dringlichkeit der Arbeiten unterstreicht. Das Team beschreibt diese gar als Backport. Dieses Vorgehen werde auch gewählt, weil ein großer Teil der Wordpress-Installationen lediglich Updates einspiele, nicht jedoch auf neuere Versionen wechsele.

Mit den Floc testet Google eine Alternative zu einem Werbe-Tracking per Third-Party-Cookies. Die Werbemittel sollen dabei bestimmten Nutzer-Clustern oder Kohorten auf Grundlage von deren Interessen dargestellt werden statt wie bisher über die Cookies komplett individualisiert. Dazu soll die Browserhistorie auf den Geräten der Nutzer ausgewertet und das Ergebnis dieser Auswertung, also die Zuweisung zu einer Kohorte, über die API weitergegeben werden.

Breite Kritik an Floc

Zu dieser Idee gibt es seit der Ankündigung zahlreiche Kritik. So untersucht etwa die US-Wettbewerbsbehörde die Umsetzung. Ebenso haben sich sämtliche anderen Browserhersteller bereits gegen die Idee der Floc gestellt. Die US-Bürgerrechtsorganisation EFF beschreibt die Technik gar als "schreckliche Idee" und sieht darin eine Gefahr für die Privatsphäre von Nutzern.

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Auch Wordpress wiederholt nun die Argumente der EFF und schreibt, die Wordpress-Community könne "mit vier Codezeilen zur Bekämpfung von Rassismus, Sexismus, Diskriminierung gegen LGBTQ + und Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen beitragen". Immerhin ist eine der Befürchtungen der Floc-Kritiker, dass Personen, die von den genannten Diskriminierungen betroffen sind, per Floc automatisch gruppiert werden und dann wiederum entsprechender Diskriminierung ausgesetzt sein könnten. Eine Alternative zu dem bisherigen Tracking sei das also nicht und möglicherweise sogar noch gefährlicher, weil einfacher als bisher.

Die Entscheidung von Wordpress sei darüber hinaus ein Abwägung der Interessen von Webseitenbesuchen und -benutzern sowie deren -betreibern. Zumal von Letzteren viele noch gar nicht wüssten, dass diese aktiv eingreifen müssten, um gegen das Experiment mit den Floc vorzugehen. Das könnte nun also Wordpress für sie übernehmen.

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TMII 19. Apr 2021

Dabei funktionieren Brave Ads aber sehr ähnlich. Auch hier berechnet der Computer...

Sacer 19. Apr 2021

Bei WordPress liegen ja issues teilweise seit gut 10 Jahren rum. Mal schauen, wie schnell...

Alfrett 19. Apr 2021

War ja klar, dass sowas nicht lange auf sich warten lässt, wenn ein Gottkomplex auf den...



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