Flixbus: Deutsche Reise-Startups werfen Google Machtmissbrauch vor

Flixbus, Trivago, Getyourguide, Omio und Hometogo werfen Google vor, sie aus dem Markt drängen zu wollen. Der Konzern stehle sogar Daten.

Artikel veröffentlicht am ,
Google-Chef Sundar Pichai im Juli 2018
Google-Chef Sundar Pichai im Juli 2018 (Bild: Drew Angerer/Getty Images)

Einige wichtige deutsche Startups erheben Vorwürfe gegen den US-Konzern Google. "Google stiehlt Inhalte und Daten von seinen Partnern im Reisemarkt, um mit ihnen in Konkurrenz zu treten", schreiben die Chefs von Getyourguide, Trivago, Flix Mobility, Omio und Hometogo in einem Positionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt. Ihr Verdacht: Google wolle die Reise-Startups mittelfristig aus dem Markt drängen.

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Der Ferienwohnungsvermittler Hometogo hat deshalb eine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Die Reiseplattform Getyourguide bereitet entsprechende Beschwerden beim Bundeskartellamt und der EU-Kommission vor, bestätigte das Unternehmen dem Handelsblatt. Und auch Flixbus-Betreiber Flix Mobility prüft entsprechende Schritte.

"Google missbraucht seine Marktmacht, um praktisch ohne Eigeninvestitionen Konkurrenzprodukte aufzubauen", sagte Hometogo-Chef Patrick Andrä. "Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, ist mittelfristig unsere Existenz gefährdet", erklärte Getyourguide-Chef Johannes Reck.

Plattformen wie Google nutzten ihre Monopolrenditen, um andere Bereiche zu erobern, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner dem Handelsblatt: "Mir scheint, dass es gegenüber den ganz Großen, ihren Rechtsabteilungen und ihrem kommunikativen Einfluss eine falsche Zurückhaltung gibt."

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Eine Novelle des Wettbewerbsrechts soll einige der von den Unternehmern kritisierten Punkte adressieren, sagte Thomas Jarzombek, Digitalbeauftragter des Wirtschaftsministeriums. Doch noch blockiere das Justizministerium. "Wir müssen jetzt schnell sein", sagte er. "Sonst setzen wir die Existenz vieler innovativer Firmen aufs Spiel."

Bereits länger gibt es Vorwürfe aus der Reisebranche gegen Google. Demnach werden Firmen schlecht in Suchergebnissen präsentiert.

Kay Oberbeck, Unternehmenssprecher von Google, sagte Golem.de auf Anfrage: "Für Reiseanfragen können Nutzer problemlos aus einer Reihe spezialisierter Webseiten wie Tripadvisor, Kayak, Expedia und vielen anderen auswählen." In der Pandemie arbeite Google intensiv mit seinen Partnern in der Reisebranche zusammen, um sie dabei zu unterstützen, ihr Geschäft zu schützen und zu stabilisieren. So haben man neue Tools für Fluggesellschaften eingeführt, mit denen sie die Verbrauchernachfrage besser vorhersagen und ihre Strecken planen könnten. Für Hotels habe Google sein Pay-per-Stay-Programm weltweit erweitert, um das Stornierungsrisiko der Partner auf den US-Konzern zu verlagern.

Wie Golem.de aus der Reisebranche erfahren hat, stammt die im Handelsblatt genannte Beschwerde von Hometogo bei der EU aus dem März 2019. Die Beschwerde bezog sich auf den Google-Test der Holiday Rentals Unit, die mittlerweile weltweit angeboten wird.

"Google kann als einziger Marktteilnehmer buchstäblich über Nacht Produkte launchen und für diese Traffic generieren, ohne einen Cent Werbekosten zahlen zu müssen", sagte Patrick Andrä, Gründer und Geschäftsführer von Hometogo Golem.de auf Anfrage. "Dass Google sein Monopol in der allgemeinen Suche nutzt, um in vertikalen Suchen kostenlosen Traffic auf eigene Produkte zu lenken, ist ein Missbrauch seiner Vormachtstellung."

Google lenke gezielt Trafficströme, die sonst zu verschiedenen Konkurrenten gehen würden, auf sein eigenes Produkt um. Die Einbindung der sogenannten One Box sei optisch so gestaltet, dass sie die maximale Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Außer Google könne niemand so ein massiv klickstarkes "Superwerbemittel" in den Suchergebnisseiten erhalten - weder durch Optimierung in der Produktqualität noch durch Zahlung.

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asa (Golem.de) 14. Aug 2020

Sie haben so recht, habe nochmal hachgehakt, sind jetzt unten 3 Absätze mehr geworden.

richtchri 14. Aug 2020

Könnte Google vermutlich aus der Kaffeekasse bezahlen :D

richtchri 14. Aug 2020

Tut mir leid, aber beim besten Willen handelt es sich hierbei um Start-Ups. Weder...

decaflon 14. Aug 2020

Hallo Herr Lindner, was ist mit "Digitalisierung First Bedenken second"? Ist die...



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