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Flipper Zero und mehr: Ukrainer mit verdächtigem Hacking-Equipment erwischt

Als die Polizei die Verdächtigen zum Einsatzzweck ihrer Hacking -Ausrüstung befragt, verlernen sie plötzlich ihr Englisch und verstehen nichts mehr.
/ Marc Stöckel
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Von der polnischen Polizei beschlagnahmte Hacking-Ausrüstung. (Bild: Polizei Warschau)
Von der polnischen Polizei beschlagnahmte Hacking-Ausrüstung. Bild: Polizei Warschau

Im Zentrum der polnischen Hauptstadt Warschau sind drei Ukrainer verhaftet worden, weil sie verdächtige Hacking-Ausrüstung mit sich geführt haben und deren Einsatzzweck nicht erklären konnten. Laut Pressemitteilung der polnischen Polizei(öffnet im neuen Fenster) gehörten zu der Ausrüstung das bekannte Hacking-Tool Flipper Zero , mehrere SIM-Karten, Datenträger, Router, Kameras, Laptops, Antennen und andere zur Manipulation von IT-Systemen geeignete Gegenstände.

Entdeckt wurden die Geräte im Rahmen einer Verkehrskontrolle. Die drei Ukrainer im Alter von 39 bis 43 Jahren fuhren den Angaben zufolge mit einem Toyota durch Warschau. Bei der Kontrolle zeigten sich die Männer wohl "sichtlich nervös" . Sie erklärten, erst vor wenigen Stunden nach Polen eingereist und lediglich auf der Durchreise nach Litauen zu sein.

Nach Kontrolle der Ausweise der drei Männer durchsuchten die Polizisten das Fahrzeug und fanden die verdächtige Hacking-Ausrüstung. Die polnische Polizei gibt an, dass die Ausrüstung dazu dienen könnte, "in strategische IT-Systeme des Landes einzugreifen und IT- und Telekommunikationsnetze zu knacken" . Auch ein Detektor für versteckte Überwachungsgeräte war dabei, vermutlich um beim Einsatz der übrigen Ausrüstung unentdeckt zu bleiben.

Plötzlich war da eine Sprachbarriere

Obwohl die drei Verdächtigen angaben, Informatiker zu sein, konnten sie den Polizisten keine Erklärung zum Einsatzzweck ihrer Ausrüstung liefern. "Als ihnen genauere Fragen gestellt wurden, verlernten sie plötzlich ihr Englisch und taten so, als verstünden sie nicht, was man ihnen sagte" , heißt es in der Pressemitteilung der polnischen Polizei.

Die zur Ausrüstung gehörenden Datenträger waren den Angaben zufolge verschlüsselt. Alle beschlagnahmten Geräte wurden zum Zwecke einer möglichen Entschlüsselung sowie weiteren Untersuchungen an die polnische Zentralstelle zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (CBZC) in Warschau übermittelt.

Den verdächtigen Ukrainern werden laut Mitteilung Betrug, Computerbetrug und Erwerb von Geräten und Computerprogrammen zum Zwecke der Begehung von Straftaten vorgeworfen. Während der laufenden Ermittlungen befinden sich die Männer in Untersuchungshaft. Ein Richter genehmigte eine Inhaftierung für bis zu drei Monate als vorbeugende Maßnahme.


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