Fliegende Sternwarte: Sofia startet Forschungsflug ab Stuttgart

Die Boeing 747-SP mit eingebautem Teleskop wird laut DLR erstmals von Europa aus eine Forschungsmission starten. Ziel ist der Norden, der von Stuttgart besser erreicht werden kann als von der US-Heimatbasis.

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Sofia ist wieder in Deutschland. (Symbolbild)
Sofia ist wieder in Deutschland. (Symbolbild) (Bild: Jan Brandes/Lufthansa Technik)

Sofia, das Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy, ist derzeit in Deutschland. Die als Sternwarte umgebaute Boeing 747 wird nämlich für einen Forschungsauftrag vorbereitet, der heute vom Flughafen Stuttgart aus gestartet werden soll. Geplant ist der Abflug am heutigen 18. September 2019 um 19:40 Uhr und zwar gen Norden.

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Insgesamt 10 Stunden soll das Flugzeug unterwegs sein und kann damit sehr nördliche Bereiche der Erde erreichen. Von der US-Heimatbasis in Kalifornien ist das nicht so einfach, wie das DLR angibt, das zusammen mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa an Sofia-Forschungsflügen beteiligt ist. Der Nordpol wird mit der Reise allerdings nicht angesteuert. Stattdessen geht es an die südliche Küste Schwedens und dann in weitem Bogen über Polen, Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien, der Adria und Italien durch Europa. Trotzdem soll die nördliche Flugbahn Vorteile haben, weil weniger Wasserdampf die Sicht des Infrarotteleskop behindert.

Während des zehnstündigen Fluges ist geplant, sich die nähere Umgebung von Sternenexplosionen und Schwarzen Löchern genauer anzuschauen. Dafür wird unter anderem das Teleskop auf die Galaxie Mrk 231 gerichtet, um die ein kleines und ein großes schwarzes Loch kreist. Auch die Entstehung von jungen Sternen soll verstärkt beobachtet werden. Entschlüsselt werden soll ferner der Zusammenhang zwischen Magnetfeldern und Radiojets. Den dafür notwendigen Wellenlängenbereich kann laut DLR nur das Ferninfrarot-Instrument HAWC+ von Sofia vermessen.

Golem.de durfte 2014 einen ausführlichen Blick in das Flugzeug werfen. Die Boeing 747 ist eine der letzten in der zusammengestauchten SP-Version. Mit vier Triebwerken bei wenig Passagierkapazität ergibt dieses Flugzeug heutzutage keinen wirtschaftlichen Sinn mehr. Das gilt aber allgemein für den dieses Jahr 50 Jahre alt gewordenen Jumbo-Jet. Das Grunddesign ist aber für besondere Aufgaben - wie Sofia oder auch den Frachtverkehr - immer noch sehr gut geeignet. Dasselbe gilt eingeschränkt für den Passagierverkehr mit dem neuen Modell 747-8i.

Nachtrag vom 19. September 2019, 10:24 Uhr

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Die 747SP der Nasa mit der Kennung NASA747 ist mittlerweile wieder in Stuttgart gelandet. Der genaue Flugweg ist bei Flightaware einsehbar.

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