Fliegen ohne Internet: Bastler zapft Flugdaten aus WLAN von Southwest Airlines an
Ein Bastler namens James Vaughan hat große Teile seines Fluges mit der US-amerikanischen Fluggesellschaft Southwest Airlines mit der Auswertung von Flugdaten verbracht, die er über das WLAN-Netz des Flugzeuges empfangen konnte. Wie Vaughan in einem am vergangenen Sonntag veröffentlichten Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) erklärt, wollte er ursprünglich für 8 US-Dollar einen Internetzugang buchen, um darüber zu arbeiten.
Da ihm das Wi-Fi-Portal von Southwest die Zahlung verweigert hatte, versuchte er anhand der Entwicklertools seines Webbrowsers weitere Details zu dem Problem zu erkunden. Dabei fielen Vaughan wiederholte Anfragen einer Datei namens current.json auf, die augenscheinlich Statusinformationen zum aktuellen Flug enthielten – darunter die geschätzte Ankunftszeit (ETA), Koordinaten sowie die aktuelle Flughöhe und Geschwindigkeit.
Daraufhin entschied sich der Bastler, die zugehörige Anfrage zu kopieren und sämtliche Daten mit einer Schleife in einer Datei zu protokollieren. "Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was ich mit den Daten machen würde, aber ich fing sofort an, sie zu sammeln, damit ich später so viel wie möglich zum Spielen hatte" , erklärte Vaughan diesbezüglich.
Flugdaten waren weitgehend unauffällig
Aus Neugierde darüber, wie sich einige der Parameter im Laufe des Fluges entwickeln würden, begann er damit, diese in Diagrammen visuell aufzubereiten. Dabei stellte er beispielsweise fest, dass die Flughöhe lediglich um 20 bis 30 Fuß zu schwanken schien. "Das ist stabiler als ich erwartet hatte" , so sein Fazit. Zugleich weist er aber darauf hin, er könne keine Aussage darüber treffen, wie genau die erfassten Daten seien und welche Werte als normal einzuordnen seien.
Die Werte bezüglich der Geschwindigkeit und der geschätzten ETA seien hingegen wie erwartet ausgefallen – der Flug sei auch ziemlich ruhig verlaufen. "Ich bin neugierig, wie es ausgesehen hätte, wenn wir aufgrund des Wetters eine verspätete Landung gehabt hätten" , schreibt Vaughan in seinem Blog. So sei etwa fraglich, ob die gemeldete ETA im Falle einer Verspätung langsam im Verlauf des Fluges ansteige oder ob es erst gegen Ende einen steilen Anstieg gebe.
Bahnbrechende Entdeckungen hat Vaughan zwar letztendlich nicht gemacht, aber für technisch versierte Anwender hat er immerhin einen spannenden Weg aufgezeigt, wie sie einen langen Flug auch ohne Internetverbindung zu einem kleinen Abenteuer machen können. Folglich wird er sicher nicht der Letzte sein, der in der Luft ein paar Flugdaten aus dem Bord-WLAN abgreift und auswertet.
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